Blüchert-Stiftung hilft jungen Flüchtlingen
Die Nachhaltigkeit der Projekte hat Professor Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter-Blüchert-Stiftung und Ex-Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, im Blick.

Und diese bringen dann auch Geld und Ressourcen einbringen.  Die Stiftung mit Verwaltungssitz in Gütersloh unterstützt auch Förderprojekte und Einzelanträge von Bürgern: „Aber in kleinem Rahmen“, so Thielen, der frühere Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung. Schwerpunktmäßig ist die Blüchert-Stiftung mit Partnern unterwegs.

Eigene Projekte mit Hilfe von Partnern

Und das gleich bei vier groß angelegten Aktionen sowie weiteren sechs Programmen. Alle würden wissenschaftlich evaluiert, so Thielen. Am Beispiel von „Angekommen in deiner Stadt“ schildert der 74-jährige Stiftungsgründer die Charakteristika der Arbeit in Dortmund. Das Projekt richtet sich an junge, unbegleitete Flüchtlinge und Zuwanderer.

An Berufskollegs wurden für sie Sonderklassen gegründet, mittags findet eine sozialpädagogische Betreuung statt, die teilweise am Nachmittag fortgesetzt wird. „Ein Schwerpunkt ist die Betreuung in der Mittagszeit und in den Ferien“, beschreibt Thielen das Schaffen von Rückzugsgebieten, die Chance auf Vernetzung der Teilnehmer untereinander und natürlich das Erlernen der deutschen Sprache als Projektbausteine.

Gütersloh hat Interesse an Projekt

Im März 2013 hat die Walter-Blüchert-Stiftung ihre Arbeit aufgenommen. Der Verwaltungssitz befindet sich an der Eickhoffstraße 5 in Gütersloh. Das Stiftungskapital beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro. An Erträgen werden im laufenden Jahr rund 3,5 Millionen Euro ausgeschüttet. Rechnet man die Ressourcen und Gelder der Projektpartner ein, so ergibt sich ein Fördervolumen von bis zu zehn Millionen Euro. Die Stiftung beschäftigt acht Mitarbeiter, unter anderem im Projektmanagement.
Von Seiten der Stiftung komme die Projektentwicklung und -begleitung sowie eine finanzielle Förderung hinzu. Mit im Boot seien aber in diesem Fall auch die Landesregierung, die das Lehrpersonal stelle, sowie die Stadt mit der Überlassung der notwendigen Räumlichkeiten. „Und alle Partner gemeinsam sind ziemlich schlagkräftig“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Ist Dortmund vor einem Jahr mit dem Projekt erfolgreich an den Start gegangen, so haben sich Münster und Bielefeld bereits angeschlossen. Recklinghausen wird folgen. Anvisiert sind bis zu 3000 Teilnehmer in den kommenden Monaten. Angeklopft haben bei der Stiftung auch weitere Städte, so Thielen – unter anderem Gütersloh.

Auch im Programm „Was geht - Rein in die Zukunft“ sieht der 74-Jährige viel Potenzial und vor allen Dingen Nachhaltigkeit: In Deutschland gebe es rund 270 000 junge Menschen, die letztlich ohne Schulabschluss und damit ohne echte Perspektive blieben. „Nur 20 Prozent von ihnen machen hinterher einen Job“, sagt Thielen.

Auch eine Frage der Zuwendung

Ihnen kann das Projekt durch ein Coaching Chancen eröffnen – erneut in Zusammenarbeit mit Partnern, in diesem Fall den Städten und der Bundesagentur für Arbeit, die dann einsteigt, wenn die Schulzeit endet. „Das Projekt verzahnt: Die Stiftung arbeitet in der Schule, die Agentur für Arbeit in der Zeit danach“, beschreibt Thielen. Ob fit für den Arbeitsmarkt oder qualifiziert für den nächst höheren Schulabschluss: „Das ist nicht immer einer Frage des Geldes, sondern eine Frage der Zuwendung“, sagt Thielen und verweist darauf, dass er das durch die Stiftungsarbeit in den vergangenen Jahren gelernt habe.

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