Bogenschützen ermitteln König des Ackers
Bild: Dünhölter
Auf die richtige Flugbahn kommt es an: In hohem Bogen wurden die Pfeile am Wochenende in Pavenstädt in Richtung Clout abgeschossen. Rund 70 Schützen nahmen teil.
Bild: Dünhölter

Bogenschützen aus ganz Nordrhein-Westfalen visierten ein 160 Yards (146,3 Meter) entferntes Ziel an – das sogenannte Clout. Zwischen 10.30 und 15 Uhr prasselte ein Pfeilhagel nach dem anderen auf einen weißen Pfahl nieder.

Schon zum 19. Mal hatte die Feldbogenschützenabteilung des Schützenvereins Pavenstädt zum Clout-Turnier auf die eigene Schießanlage eingeladen. Mehr als 70, teilweise historisch gewandete Bogenschützen aus der näheren Umgebung, aber auch aus den benachbarten Niederlanden waren der Einladung gefolgt.

Die Herausforderung beim Clout-Schießen liegt dabei im Abschätzen der ballistischen Bahn. Statt wie beim herkömmlichen Bogenschießen geradeaus, werden die Pfeile in den Himmel gefeuert. Ziel ist es, sie in einem Bogen in ein fünf Meter breites Zielgebiet rund um einen 160 Yards entfernten Markierungspfahl (Clout) zu steuern, an dessen oberem Ende zur besseren Orientierung eine orangefarbene Fahne weht. Gewinner oder Gewinnerin, scherzhaft auch „König oder Königin des Ackers“ genannt, wurde, wer in zwölf Durchgängen (im Fachjargon „Passen“) mit jeweils sechs Pfeilen am häufigsten in die Nähe des Zielbereichs rund um den weißen Pfahl kam.

Der große Vorteil des Clout-Schießens gegenüber dem normalen Langbogenschießen liegt dabei in der wesentlich größeren Reichweite, der Nachteil in der Schwierigkeit beim Zielen. Um die fliegenden Pfeile in der Luft zu erkennen und beim nächsten Schuss eine entsprechende Zielkorrektur vornehmen zu können, brauchte es entweder die Augen eines Adlers oder sehr viel Erfahrung und Routine. Für die Zuschauer galt es, zur Sicherheit Abstand zu halten.

Auch wenn eine Augenzeugin angesichts des Ziels, das mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen war, feststellte: „Den Pömpel kann man unmöglich treffen“, bewiesen die Frauen und Männer mit ruhigen, sicheren Fingern und Intuition das Gegenteil. Schon im ersten von sechs Durchgängen vor der Mittagspause landeten aus großer Entfernung abgegebene Pfeile genau im Pfahl. Guido Biermann von den Pavenstädter Bogenschützen: „Das war ein goldener Schuss. Der Fachausdruck dafür lautet nämlich ,Im Gold’“. Der Lohn dafür waren je zehn Punkte auf der Wertungskarte sowie das Lob und die Bewunderung der übrigen Clout-Schützen. Gewonnen hat bei den Männern am Ende ein Niederländer.

Ergebniss am Montag in der Gütersloher Ausgabe der „Glocke“.

SOCIAL BOOKMARKS