Bombe entschärft  - B 61 wieder frei
Diese 250-Kilo-Sprengbombe ist am Dienstag entschärft worden

 „Jetzt müssen wir aufhören“, schießt es Frank Schledde durch den Kopf, als ihm gegen 10 Uhr am Dienstagmorgen die Bombe aus seiner Schaufel fällt. Zufällig hat der 24-jährige Baggerführer an diesem Tag die Telefonnummer des Kampfmittelräumdienstes noch in der Tasche. Er informiert ihn sofort.

Die Bombe liegt in einer Baugrube am Michaelisweg zwischen der Vennstraße und der B 61. Dort laufen die Ausschachtungsarbeiten für ein neues Mehrfamilienhaus. Der Marktplatz, auf dem gerade der Circus Universal Renz sein Zelt aufschlägt, und der Media Markt sind nicht weit. Beide liegen aber außerhalb der Gefahrenzone. Die Zirkustiere harren in ihrem Auslauf aus, nur die Arbeiten am Zelt werden kurz unterbrochen.

Dafür müssen die Häuser im Umkreis von rund 100 Metern evakuiert werden. Thomas Habig von Fachbereich Ordnung beziffert die Zahl der betroffenen Anwohner auf etwa 70. Einige wenige werden mit einem Bus vorübergehend zum ZOB gefahren. Um 15.30 Uhr sperrt die Polizei aus Sicherheitsgründen die B 61 zwischen Kahlertstraße und Brockhäger Straße und die Friedrich-Ebert-Straße. Sie lässt niemanden durch. Mancher lässt sich an der Absperrung über den Grund aufklären. So ruhig hat man die Hauptverkehrsadern lange nicht gesehen.

Karlheinz Clemens von der Außenstelle Detmold des Kampfmittelräumdienstes Arnsberg beginnt gleichzeitig mit der Entschärfung der amerikanischen 250-Kilogramm-Sprengbombe. Eine gute Viertelstunde benötigt er, dann ist auch schon alles vorbei, und die Polizei öffnet die Straßen wieder für den Verkehr.

„Die beiden Zünder sind gut rausgegangen“, sagt der Routinier, während er sie wie harmlose Früchte in den Händen wiegt. Das sei kein Problem gewesen und nicht so aufwändig wie die Evakuierung. Er gehe mit dem nötigen Respekt an die Arbeit, sagt Clemens auf die Frage, ob ihm noch mulmig sei so allein mit einer Bombe.

Sie enthalte 130 Kilogramm Sprengstoff, erklärt der Experte. Eine Bombe dieser Größe komme in der Region nicht so oft vor. „Wenn die explodiert, dann gibt das nicht nur Splitter, sondern auch eine kräftige Druckwelle.“ Häufiger und die Regel seien Funde von 50-Kilogramm-Varianten.

Ralf Kuhlpeter, ebenfalls Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes, zurrt die Bombe kurz darauf auf der Ladefläche eines Transporters fest. Sie wird später an einem sicheren Ort kontrolliert zur Sprengung gebracht werden. Sechs Mitarbeiter waren am Morgen auf der Baustelle. Sie alle hatten Glück. Maurermeister Frank Schledde hofft, dass es sein letzter Fund war.

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