Briten übergeben die Mansergh-Kaserne
Ohne großes Tamtam hat das britische Militär ihren letzten Standort in Gütersloh, die Mansergh Barracks, am Donnerstag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) zurückgegeben.

Nach wenigen Augenblicken war alles vorbei – die Präsenz des britischen Militärs in Gütersloh gehört damit endgültig der Vergangenheit an. Im November 2016 hatten die Briten bereits die Princess-Royal-Kaserne an der Marienfelder Straße geräumt. In den Mansergh Barracks waren zuletzt noch 260 Soldaten des 26. Artillerieregiments stationiert. Sie hatten sich bereits am 13. Mai mit einer Parade durch die Innenstadt von Gütersloh verabschiedet.

Ursprünglich deutsche Nachrichtenkaserne

Die Mansergh-Kaserne war in den Jahren 1935 bis 1937 ursprünglich von Deutschen als Nachrichtenkaserne gebaut worden. Am 22. Juni 1945 hatten die Briten die Kaserne an der Verler Straße von US-Truppen übernommen, die wenige Wochen zuvor Gütersloh befreit und dort ihr Hauptquartier aufgeschlagen hatten. Nun stellt sich die Frage, was mit dem Areal passiert.

Entwicklungspotenzial

Die Stadt sieht für das Gelände großes Entwicklungspotenzial. Sie hat das Ziel, die Liegenschaft zu kaufen. Dazu laufen zurzeit Gespräche mit der Bima. „Die Bima wird der Stadt voraussichtlich in den nächsten Monaten den Erstzugriff anbieten. Daraufhin hat die Stadt üblicherweise sechs Monate Zeit, diesen Erstzugriff zu erklären“, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung. Auf der Basis eines noch zu erstellenden Wertgutachtens könne die Stadt das 34 Hektar große Gelände dann erwerben.

Städtebaulicher Wettbewerb mit Bürgerbeteiligung

 Auf dem Mansergh-Gelände richtet die Stadt vom 24. bis zum 29. November einen städtebaulichen Wettbewerb aus, der konkrete Ideen zur Quartierentwicklung generieren soll. Vier Planer-Teams entwickeln Entwürfe. In Bürgerforen und mit Rundgängen über das Gelände können die Gütersloher dazu ihre Anregungen und Vorschläge einbringen und den Planern bildlich gesprochen „über die Schulter“ schauen. Bürgermeister Henning Schulz (CDU) sagte kürzlich, dass die Chance da sei, „ein innovatives Stadtquartier zu entwickeln, in dem Wohnen und Arbeiten, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung sich miteinander vernetzen“.

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