Bröckelnde Fialen werden in Schuss gebracht
Feinarbeit: Restaurator Volker Brandenburg bildet am Schmuckportal der Martin-Luther-Kirche die Linien an den ausgebesserten Stellen nach. 

Seit Montag bessern die Restauratoren abgebröckelte Stellen im Teutoburger Sandstein mit Steinmörtel aus, setzen Vierungen ein, wenn größere Stücke aus dem Portal herausgebrochen sind, oder fertigen neue Teile an, wenn es sich nicht vermeiden lässt. „Grundsätzlich versuchen wir, möglichst viel vom alten Material zu erhalten“, erklärt Brandenburg. Wenn das nicht möglich ist, fertigt Steinmetz Markus Madeia nach einer vorher gefertigten Schablone einen Ersatz. Links oben neben dem Ornamentbogen fehlt gerade ein ganzer Stein. Er wird später wieder eingefügt. „Um Teile nachzuformen, verwenden wir wenn es geht den passenden Teutoburger Sandstein“, erläutert Brandenburg. Den kaufen die Handwerker, wenn zum Beispiel Gebäude aus diesem Material, das nicht mehr abgebaut wird, abgerissen werden. Für die Arbeiten an der Martin-Luther-Kirche hat sogar ein Gütersloher Bürger Teutoburger Sandstein zur Verfügung gestellt. „Werner Gehring hat einen Bauernhof gekauft und umgebaut und uns daher einiges an Material überlassen“, erklärt Hubert Gruber, ebenfalls Restaurator, der zusammen mit Volker Brandenburg von der Baufirma Brandenburg mit der Arbeit am Portal beauftragt ist. Gruber hat vor sechs Jahren auch die Fialen und die Brüstung oben am Turm restauriert.

Restaurierung aus Sicherheitsgründen notwendig

Dass die Verzierungen am Eingang der Martin-Luther-Kirche ebenfalls nicht mehr in Ordnung sind, habe sich schon vor längerer Zeit gezeigt, sagt Pfarrer Andreas Walczak-Detert. Immer wieder seien kleine Steinchen herausgefallen. Deshalb sei es auch aus Sicherheitsgründen notwendig geworden, das Portal zu restaurieren.

Rost sprengt Sandstein ab

30 000 Euro kostet die Maßnahme. „Aber die Instandsetzung ist wichtig“, sagt Walczak-Detert. Das Schmuckportal gehört zum ursprünglichen Bestand der Kirche. Es sei in den 70er-Jahren schon einmal repariert worden, aber nicht mit dem richtigen Material. „Die Fialen sind mit Eisendornen befestigt worden“, erklärt Volker Brandenburg. Darauf habe sich Rost gebildet, der Teile des Sandsteins abgesprengt habe. Die neuen Befestigungsstäbe werden aus Blei und Edelstahl gefertigt, damit sie die nächsten Jahrzehnte überstehen. Bis zum 11. Mai wollen die Restauratoren ihre Arbeit beenden. Damit bei der Konfirmation am 13. Mai das Portal wieder ein echtes Schmuckstück ist.

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