Bürgermeisterin trägt die Amtskette
Bild: Dinkels
Ein großzügiges Geschenk: (v. l.) Ehrenbürger Dr. Peter Zinkann, seine Gattin Dr. Karin Zinkann, Bürgermeisterin Maria Unger, die künftige Schwiegertochter Amélie von Wallenberg-Pachaly und Dr. Reinhard Zinkann.
Bild: Dinkels

Nur zu besonderen Anlässen werden die Sozialdemokratin und künftige Stadtoberhäupter das Schmuckstück tragen. Anders als andere Städte verfügte Gütersloh bisher nicht über eine solche Bürgermeisterkette, die seit dem 19. Jahrhundert als Ausdruck für Selbstständigkeit und Selbstverwaltung steht.

„Die Amtskette ist Symbol für Würde und Ehre“, sagte Dr. Peter Zinkann bei der Übergabe im Garten des Hauses der Begegnung an der Kirchstraße. Das stehe auch der Kreisstadt gut an. „Wir finden, dass Gütersloh etwas ganz Besonderes ist“, sagte der Ehrenbürger im Namen der Familie. Und die Goldschmiedin Ruth Niehaus habe ein „Meisterwerk“ geschaffen. Niehaus wiederum erklärte, es habe ihr große Freude bereit, an der Kette zu arbeiten.

„Die ineinander verschränkten Glieder dieser Kette, die unser Wappen tragen, sind ein hervorragendes Symbol für die Geschichte und Entwicklung unserer Stadt“, sagte Maria Unger. „Aus dem Zusammenwirken einzelner Teile entsteht ein überzeugendes Ganzes.“ Amtsketten seien auch ein Zeichen der Wertschätzung. „Sie verweisen auf die Besonderheit des Anlasses und dokumentieren ohne Worte diese Besonderheit.“ Der Rat soll in Kürze darüber befinden, wann das geschehen soll.

Das Stadtoberhaupt erinnerte daran, dass die Bürgermeisterkette sich einreihe in die zahlreichen Geschenke, die der frühere Geschäftsführende Miele-Gesellschafter der Stadt gemacht habe. Sie nannte die Musikförderung für junge Menschen, den Betrag von mehr als 400 000 Euro für soziale Projekte, den der Unternehmer anlässlich seines 80. Geburtstags stiftete, sowie ein weiteres Geldgeschenk an seine Frau zum vergangenen Weihnachtsfest, von dem die Kindertagesstätten profitierten. „Das nenne ich Bürgersinn“, sagte Maria Unger.

Zinkann war 2003 zum Ehrenbürger ernannt worden. Damit waren unter anderem sein unternehmerisches Wirken und sein bürgerschaftliches Engagement für die Stadt gewürdigt worden.

Für die Amtskette, die mit vergoldeten Nadeln an der Kleidung festgesteckt wird, hatte Maria Unger am Freitag ein Kleid im Grün der Stadt Gütersloh gewählt. Etwas musste Goldschmiedin Ruth Niehaus noch nachjustieren, dann saß die Kette wie angegossen.

Zahlen und Fakten

Die Glieder und Ösen der Kette bestehen aus 925er Sterling-Silber, die mit 2 my Feingold vergoldet sind. Ingesamt sind es 74 große und 12 kleine Glieder. Das Spinnrad besteht aus 750er Rose-Gold. Die drei Flüsse Ems, Dalke und Lutter sind aus 925er Sterling-Silber gefertigt und rhodiniert. Das Gesamtgewicht der Kette beträgt 282 Gramm. Gefertigt hat die Kette die Goldschmiedin Ruth Niehaus im Auftrag der Familie Zinkann.

Hintergrund 

Am 8. September heiratet der Geschäftsführende Miele-Gesellschafter Dr. Reinhard Zinkann (52) seine Verlobte Amélie von Wallenberg-Pachaly. Die Trauung in Gütersloh nimmt Bürgermeisterin Maria Unger vor. Wie der frühere Rietberger Bürgermeister André Kuper hat sie an der Akademie für Personenstandswesen in Bad Salzschlirf im Landkreis Fulda (Hessen) ein dreitägiges Spezialseminar besucht. Das Angebot gibt es seit etwa eineinhalb Jahren. Für Maria Unger wird die Trauung eine Premiere sein und wohl die erste Gelegenheit, zu der sie die Bürgermeisterkette tragen wird. Die kirchliche Hochzeit soll dem Vernehmen nach eine Woche später stattfinden.

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