Bunter Mix in Güterslohs guter Stube
Bild: Pieper
Freuen sich auf den Start der zehnten „Freitag-18“-Staffel auf dem Gütersloher Dreiecksplatz: Brigitte Venker und Alfried Gutschke von der Kulturgemeinschaft.
Bild: Pieper

Die erprobte Kurzweil- und Gute-Laune-Stunde, die von Mai bis September jeden Freitag ab 18 Uhr die Besucher in Güterslohs gute Stube unter den 29 Linden lockt, geht in die zehnte Runde – und ist dank treuer Sponsoren erneut kostenlos zu genießen.

Die Programmmacher Alfried Gutsche, Jay Minor und Brigitte Venker versprechen für dieses Jahr „Abwechslung wie nie zuvor“ und haben zusammen mit den Verantwortlichen der Reihe, Holger Rinne und Frank Stiller, namhafte und auch unbekannte Künstler verpflichtet. Schließlich sieht sich die Kulturgemeinschaft Dreiecksplatz als Dachorganisation auch als Forumgeber für Newcomer.

Größte Formation, die je gebucht wurde

Zum Auftakt am 4. Mai wird’s voll: Die „Celtic Highlanders“ aus Bad Oeynhausen – rund 30 Musiker mit „pipes and drums“ spielen auf Dudelsack und Trommeln keltische Musik in swingenden Rhythmen. „Das ist die größte Formation, die wir in diesem Format gebucht haben – bislang“, sagt Alfried Gutsche augenzwinkernd und mit Blick darauf, dass man für jede Idee offen ist.

Die „Jazzlines“ empfehlen sich am 11. Mai mit einer Mischung aus Jazz und Rock. Die aus Gütersloher und Oelder Musikern zusammengesetzte Band „Seven Boots“ haben Bluesrock mit Soul- und Folk-Einflüssen im Gepäck, wenn sie ihre Mikrofone am 18. Mai aufbauen.

Getreu dem Motto „Wandelnde Jukebox trifft human Beatbox“ stellt sich am 25. Mai „The Incredible Duo“ vor: Peter Wehrmann, Guinessbuch-Rekordhalter im Beatboxen und Geräusche-Comedian wird begleitet von Gitarrist Roland Scull.

Lachmuskeln werden beansprucht

Ungewöhnlich ist auch „Dado“. Der Clown aus Kanada präsentiert am 1. Juni seine Show „Mon oncle le bossu“ (mein Onkel, der Bucklige). Man darf über gezieltes Durcheinander staunen, bei dem vom Gummi-Handschuh-Dudelsack bis hin zum Elektro-Gitarren-Helm alles zum Einsatz kommt, was zu einem süffigen Cocktail aus Vaudeville und Kabarett gehört.

„Looking for Ella“ heißt die Band der gebürtigen Gütersloherin Nathalie Handwerk, die sich am 8. Juni vorstellt, gefolgt am 15. Juni von „Pam & The Radiofaces“, in deren Musik sich alles mischt, was Amerika hervorgebracht hat: von Country über Jazz bis zum Südstaatenrock.

Singer-/Songwriter aus der Region

Weitere Lokalmatadoren im bunten Reigen sind „Brausepöter“, die Rietberger Punk- und New-Wave-Band, deren Auftritt im vergangenen Jahr wegen Regen ausfallen musste und der nun am 29. Juni nachgeholt wird. Gut bekannt aus mehreren heimischen Bands ist auch der Gütersloher Jonas Buschsieweke, der sich am 10. August mit eigenen Texten und selbst gemachter Musik als Liedermacher „Jon“ empfiehlt. Und auch Isabell Minor, mittlerweile in Köln ansässige Sängerin und Tochter des Verler Gitarristen Jay Minor wird zum dritten Mal bei „Freitag 18“ erwartet. Am 17. August stellt sie ihre neuen Lieder unter dem Titel „Safetyville“ vor.

Ob Jazz mit dem Jazzkollektiv Detmold, bestehend aus Studierenden der dortigen Musikhochschule (22. Juni), oder mit dem „Ne-K-Trio“ aus der Bielefelder Szene im Bunker Ulmenwall (20. Juli), ob Liedermacher wie „Schelpmeier & Plögerette“ (7. September), politische Lieder von Dagmar C. Weinert und ihrem „Chansemble 3einhalb“ oder satter Blues von „Deep Down South“ (21. September) – Freitag 18 blättert alle Facetten auf.

Heimliche Stars

Stolz sind die Macher auch darauf, dass sie mit „Quichotte“ (27. Juli) einen „Night-Wash“ und „Hörsaal-Comedy“ erfahrenen Rapper und Stand-up-Comedian aus Hamburg für Gütersloh gewinnen konnten. Und mit „Lauscher“ kommt ein Duo auf den Dreiecksplatz, das in bester Straßenmusiker- und Hippie-Tradition im Wohnwagen durch Europa tingelt, immer auf der Suche nach landesspezifischem Liedgut. Weltmusiker, die erstmals in Gütersloh am 3. August Station machen.

Ungewöhnliche Klangwelten

Ungewohnte Hörgänge im wahrsten Sinn des Wortes kann man zur „Langenachtderkunst“ am Samstag, 12. Mai, auf dem Dreiecksplatz betreten: Unter dem Titel „Transpohrter“ laden sechs große Boxen zu Klangreisen ein. Ob Meerestiefe oder Weltall, ob Dschungel oder Prärie: Medien-Designer Michel Grohe und sein Team installieren für die kunstaffinen Nachtschwärmer ungewöhnliche Klangwelten.

Seit November sitzen die Programmacher, die für die Events, Technik und Werbung rund 30 000 Euro zur Verfügung haben, an der Planung. Dass in den vergangenen zehn Jahren von rund 200 Auftritten witterungsbedingt nur 23 ausgefallen sind, zeigt, dass auch Petrus ein Fan von „Freitag 18“ ist. Und falls die Fußballfreunde befürchten sollten, dass sich die Termine des Open-Air-Formats mit denen der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft kreuzen, können sie aufatmen: „Kein wichtiger Spieltermin wird unsere Freitag-18-Konzerte stören“, hat Gutsche ausgerechnet.

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