CSU und FDP wollen Heyse-Villa erhalten
Bild: Noelle
Die umstrittene Villa in München: Das Bild stammt vom Fotografen Bernd Noelle, der in einer der Wohnungen lebt.
Bild: Noelle

In einem Antrag der CSU an den Stadtrat vom Dienstag dieser Woche heißt es: „Die Landeshauptstadt München wird aufgefordert, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um das Baudenkmal Luisenstraße 22 unter allen Umständen in der ursprünglichen Form ohne jedwede Bebauung zu erhalten.“

Aus Gütersloher Perspektive sei vielleicht nicht erkennbar, dass es außer seinem Alter (Baujahr 1830) und der ursprünglichen Verwendung als Wohnhaus des Dichters Paul Heyse (1830 bis 1914) infolge der Umstände des Wiederaufbaus nach dem Krieg zahlreiche triftige Gründe gebe, das Gebäude als Denkmal zu erhalten.

Die CSU stützt sich – wie übrigens auch die FDP, die einen ähnlichen Antrag am Mittwoch einreichte – auf ein Gutachten des Münchener Professors Dr. Florian Zimmermann, der zu dem Ergebnis kommt, dass es sich bei dem Anwesen um ein Baudenkmal der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg handele, das in der Gesamterscheinungsform eine architektonisch künstlerische Haltung vorstelle, wie sie in der Nachkriegsarchitektur auch in München als wichtige Strömung neben anderen existiert habe. Die CSU lehnt deswegen und wegen der „besonderen städtebaulichen Situation in der Nähe der Glyptothek sowie den angrenzenden Grünanlagen“ sogar jedwede Überlegung für eine Teilbebauung als auch einen „sanften Anbau“ ab.

Zinkanns Architekt hatte mehrere Varianten für eine Bebauung des Geländes eingereicht. Als die Stadt die Aufhebung des Denkmalschutzes ablehnte, erhob Zinkann erfolgreich Klage vor dem Verwaltungsgericht München. Die Stadt muss ihren Bescheid nun nachbessern. CSU und FDP haben keine Mehrheit im Stadtrat. Bisher hat sich jedoch auch niemand für den Abriss ausgesprochen.

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