Charmanter Einsatz für Europa
Bild: Scheffler
Herzensangelegenheit: Barbara Brinkmann freut sich auf dem Theodor-Heuss-Platz auf die nächste Kundgebung der Bürgerinitiative Pulse of Europe am Ostersonntag ab 14 Uhr, denn sie hat die Bewegung in Gütersloh in Gang gebracht.
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Die bisherigen guten Teilnehmerzahlen spornen die Initiatoren Barbara Brinkmann und Gerhard Schreier weiter an.

Etwa 250 Menschen setzten sich in Gütersloh zuletzt für die europäische Idee ein. „Wenn man mit Blick auf den Brexit, das Erstarken der Rechtspopulisten und die Präsidentschaftskandidatur von Marine Le Pen nicht will, dass sich die Tendenzen fortsetzen, dann muss man dagegenhalten“, sagt Barbara Brinkmann mit strengem Ton.

Im gleichen Atemzug betont die ehemalige Schulleiterin, dass es sich bei Pulse of Europe um eine reine Bürgerbewegung handele. „Bei unseren Versammlungen werden auf keinen Fall parteipolitische Reden gehalten“, betont sie. Fahnen oder Schilder mit Emblemen von Parteien, Gewerkschaften oder anderen Organisationen würden deshalb nicht geduldet. So durfte beim Premierentreffen zwar Hennig Schulz (CDU) in seiner Funktion als Gütersloher Bürgermeister sprechen, nicht aber ebenfalls anwesende Landtagskandidaten.

Barbara Brinkmann, die sich bereits ehrenamtlich als Flüchtlingshelferin und in der Evangelischen Kirche engagierte, erinnert sich, wie sie das Pulse-of-Europe-Treffen in der Dalkestadt angeschoben hat. In München hatte sie eine Versammlung an Ort und Stelle erlebt, sich vom Treffen in Münster berichten lassen. „Ich habe gewartet, bis es in Gütersloh startet. Das tat es aber nicht“, so die Pensionärin. Also nahm sie Kontakt mit den Initiatoren in Frankfurt auf und organisierte zusammen mit ihrem Mann die Versammlung vor der Stadthalle.

„Zum Schluss haben die Teilnehmer rund um den Dreiecksplatz eine geschlossene Menschenkette gebildet und die Europa-Hymne gesungen“, erzählt Brinkmann. Inzwischen wird sie in der Organisation von zwei weiteren Mitstreitern – einer davon ist Social-Media-Experte – unterstützt. Somit gehört Gütersloh zu den 74 Städten in Deutschland und 24 Kommunen im europäischen Ausland, die bereits an der Pulse-of-Europe-Bewegung teilnehmen.

„Europa gilt ja mehr als uncool und unsexy“, sagt die Initiatorin mit einem Schmunzeln. „Aber das Charmante ist doch, für etwas zu sein. Das ist positiv besetzt und bringt Spaß.“ Es gehe auch nicht um das Leugnen von Missständen, unter anderem den Bürokratismus in Brüssel, sondern um den Einsatz für ein besseres Europa.

Ein Wunsch zu Ostern

Barbara Brinkmanns spezieller Osterwunsch ist es, dass noch mehr junge Menschen am Treffen auf dem Theodor-Heuss-Platz teilnehmen. „Wären alle 18- bis 35-Jährigen zur Abstimmung in England gegangen, hätte es keinen Brexit gegeben.“

Seit Februar finden jeweils ab 14 Uhr die Kundgebungen von Pulse of Europe auf öffentlichen Plätzen in zahlreichen deutschen und europäischen Städten statt. Ein Rechtsanwalts-Ehepaar aus Frankfurt hatte die Idee, die Bürgerinitiative zu gründen. Die entscheidenden Auslöser waren die unerwarteten Ereignisse des Brexits und der Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten.

Es ist geplant, die Zusammenkünfte mindestens bis zur Präsidentschaftsstichwahl in Frankreich am 7. Mai fortzuführen. Es gibt auch Vorschläge, die Treffen bis zur Wahl in Nordrhein-Westfalen zu verlängern. Wie es weitergeht, soll beim Treffen in Frankfurt am 21./22. April erörtert werden.

 „Aufzuhören, wäre schade, denn dafür ist die Bewegung zu schnell groß geworden“, sagt Barbara Brinkmann, die Organisatorin aus Gütersloh. Finanziert werden die dortigen Kundgebungen, für die Fahnen und Banner gebraucht werden, rein aus Spenden. Bereits zum Start habe es eine großzügige Zuwendung gegeben, so Brinkmann.

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