Christian Schäfer leitet Theater Gütersloh
Christian Schäfer (37) ist zurzeit Intendant in Tübingen und wird neuer Theaterleiter in Gütersloh.

Der Personalrat hat ebenfalls schon zugestimmt. Offiziell vorgestellt wird der 37-Jährige am Montag, 25. Juni, in der Kulturausschusssitzung. Sie beginnt um 17 Uhr in der Stadthalle, Konferenzraum 1. Wie berichtet, hat es gut 60 Bewerbungen für die Theaterleitung in Gütersloh gegeben, darunter viele Musikwissenschaftler. Zehn Bewerbungen sind in die engere Wahl gekommen, weil sie von Interessenten stammten, die in erster oder zweiter Position ein vergleichbares Drei-Sparten-Haus (Schauspiel, Musiktheater, Ballett) – mit oder auch ohne eigenes Ensemble – leiten. Fünf sind Anfang Juni zum Vorstellungsgespräch gebeten worden. Drei sind letztlich gekommen: zwei Männer und eine Frau. Dem Vernehmen nach sollen alle drei von ihren Qualifikationen her für die Position geeignet gewesen sein: „Es waren Nuancen, die die Entscheidung brachten“, hieß es. Der Kommission gehörten Bürgermeisterin Maria Unger, Kulturdezernent Andreas Kimpel, Ralph Fritzsche, Betriebsleiter der Kulturräume, der städtische Personalleiter Andreas Poppenborg, die Personalratsvorsitzende Andrea Kermann und die Gleichstellungsbeauftragte Inge Trame an. Mit Christian Schäfer bekommt Gütersloh einen leidenschaftlichen Theatermann: Von 1997 bis 2000 studierte er Schauspiel in Freiburg und arbeitete gleichzeitig verstärkt als Regisseur. In der Spielzeit 2000/2001 war er Regieassistent am Berliner Ensemble bei Philip Tiedemann und George Tabori. Ab 2001/2002 inszenierte Schäfer unter anderem in Augsburg, Memmingen und Bregenz. Seit 2007 leitet er gemeinsam mit Axel Krauße das Zimmertheater Tübingen, das nur über 80 Plätze verfügt.

Gelobte Inszenierungen

Zu Schäfers von Kritik wie Publikum gelobten Inszenierungen gehören ‚La Traviata’ von Giuseppe Verdi bei den Mengener Herbstwochen (1998), die österreichische Erstaufführung von Fritz Katers „We are Camera“ in Bregenz (2005) und die Uraufführung von Joachim Zelters „Alpha Park“ in Tübingen (2007). Gastspiele führten den 37-Jährigen zum „Open-Ohr-Festival“ nach Mainz und ins „Polittbüro“ nach Hamburg. Weitere Regiearbeiten: siehe Hintergrund. Karin Sporer, zurzeit stellvertretende künstlerische Leiterin am Theater, die es bis in die Endrunde geschafft hatte, sagte der „Glocke“ auf Anfrage: „Ich respektiere die Entscheidung der Kommission und möchte gern in Gütersloh weiterarbeiten. Es lässt sich hier so viel auf die Beine stellen – vor allem in einem gut funktionierenden Team.“ Das habe sie in den vergangenen zehn Jahren erleben dürfen.

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