Clüsener-Lager nach historischem Vorbild
Es geht voran: (v. l.) Brennerei-Chef Otto Clüsener und Manuel Jaruzel, Daniel Woratz sowie Sven Brinkmann vom Bielefelder Dachdeckerbetrieb Peter sind zufrieden, dass die schwierige Richtarbeit gelungen ist.

„Dabei wird nur Naturmaterial verwendet, das es bereits vor 100 Jahren gegeben hat“, betont der Bauherr. Seit er die Produktionsstätte edler Tropfen 1981 von seinem Vater übernommen hat, ist der Junior bestrebt, die Gebäude und die Inneneinrichtung in den historischen Zustand zurückzuversetzen. „Alle ein bis zwei Jahre führen wir eine Maßnahme durch“, sagt Otto Clüsener, der somit sein Motto „Die Zukunft der Tradition“ in die Tat umsetzt. Wie die historische Krananlage mit Flaschenzug in der Turm-Lagerhalle. „Damit meine Enkel erfahren, wie man früher Fässer gehoben hat“, erklärt der Chef und begrüßt zum Dienstbeginn seinen Abfüll- und Lagermeister Alfred Hönisch, der bereits für den Großvater die richtigen Mischungen gefunden hat.

 

Neubau aus Naturmaterialien

Bei seinen Projekten überlässt Otto Clüsener nichts dem Zufall und nimmt die Planungen selbst in die Hand, um sie sodann mit Fachleuten zu erörtern. Im Fall des neuen Lagergebäudes, für das ein altes Zoll-Lager weichen musste, mit dem Ingenieurbüro Laskowski aus Bielefeld. Steine, Beton und Holz – etwas anderes kommt für den Brennereifachmann in vierter Generation für den Neubau nicht infrage. Und Clüsener legt Wert auf Details sowie die Herkunft der Materialien. So stammten die restaurierten gusseisernen Fenster aus der ehemaligen Gütersloher Brennerei Niemöller. Für die Fensterbänke werde original Teutoburger Sandstein verwendet, erklärt der Bauherr, dessen Liebe zur Hansestadt Hamburg dem acht Meter hohen Lager ebenfalls zugute kommt.

Vorbild in der Hamburger Speicherstadt

Die Ornamentik und Kombination der gelben mit den roten Backsteinen ist „minuziös dem Vorbild in der Hamburger Speicherstadt nachempfunden“, sagt der vierfache Familienvater und zeigt Originalbilder aus der Hansestadt auf dem Computer. Dass die Elemente auf der Rückseite des Gebäudes genau so akkurat wie vorn verarbeitet sind, versteht sich für Clüsener von selbst: „Alles auf den Millimeter geschnitten und gemauert – eben ordentlich.“ Deshalb freut sich der passionierte Sammler von historischen Brennerei-Maschinen auf die Fertigstellung bis „spätestens Weihnachten“. Unter anderem wird das neue Lager dann einen historischen Aufzug aufnehmen, von dem Otto Clüsener sagt, das Stück sei „ästhetisch ein Traum“. So spricht ein Genießer.

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