Coventya darf Gefahrstofflager erweitern
Archivfoto: Dinkels
Platz für eine Erweiterung ist auf dem Betriebsgelände der Firma Coventya am Stadtring Nordhorn noch genug.
Archivfoto: Dinkels

Als die Pläne 2019 bekannt wurden, gab es 19 Einzel- sowie eine Sammeleinwendung der Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU) mit 357 Unterschriften. Insbesondere das Sicherheitskonzept hatte Fragen aufgeworfen. Zwei Erörterungstermine im Ratssaal folgten. 

Der Betrieb schräg gegenüber von Miele, Fischer und Pfleiderer fertigt Spezialflüssigkeiten für den Oberflächenschutz. Kunden in ganz Europa beschichten damit zum Beispiel Schrauben, Muttern und Beschläge zum Schutz vor Korrosion. Auch in der Autoindustrie sind die Produkte gefragt. Ein Teil der Ausgangschemikalien wird in Hallen auf dem Betriebsgelände am Stadtring gelagert. Dabei handelt es sich um giftige, brennbare und oxidierende, aber auch weniger gefährliche Stoffe. Sie sind teils ätzend und wassergefährlich, aber nicht explosiv, wie der damalige Geschäftsführer versicherte. Weitere Ausgangsstoffe wurden in einem Lager in Münster vorgehalten. Es sollte nach der Erweiterung am Stadtring aufgegeben werden. Die war mit rund 3,4 Millionen Euro veranschlagt. Erforderlich ist eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutz-Gesetz. 

Die Genehmigung der Bezirksregierung umfasst die Erhöhung der Lagerkapazität von 200 auf 706 Tonnen; die Errichtung und den Betrieb eines Gefahrstofflagers mit einer Nutzfläche von 1024 Quadratmetern und 1000 Palettenstellplätzen mit einer Lagerkapazität von 1080 Tonnen; den Bau eines Verwaltungsgebäudes mit Bürobereich für den Warenein- und Ausgang; den Rückbau des Retentionsbeckens sowie die Befestigung des Hofs und die Anlage von 22 zusätzlichen Pkw-Stellplätzen. 

Bescheid und Begründung lagen vom 15. bis zum 29. September im Gütersloher Rathaus und bei der Bezirksregierung aus. Die einmonatige Klagefrist ab Bekanntgabe ist abgelaufen. Dem Vernehmen nach hat das Unternehmen die Erweiterung zurückgestellt, weil das Geschäft coronabedingt zurückgegangen sei. Die Geschäftsführung war am Montag nicht zu erreichen. 

1996 hatte der französische Mutterkonzern Chemetall die Gütersloher Firma Weiland übernommen. Die Galvanisierungssparte wurde 2000 unter dem Namen Coventya ausgegliedert und verkauft. Sitz ist Clichy bei Paris.

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