DLRG-Rettungsboot heißt „Landunter“
Zur Taufe stand das komplette Gespann mit Fahrzeug, Trailer und geschmücktem Boot vor dem Wasserbecken.

Dort ist die Ortsgruppe ansässig. Das Rettungsboot steht einsatzbereit in einer Garage. Zur Taufe stand das komplette Gespann mit Fahrzeug, Trailer und geschmücktem Boot vor dem noch leeren Wasserbecken. „Die DLRG-Ortsgruppe wird 90 Jahre alt“, sagte der Vorsitzende Hans-Dieter Hucke. Sie sei eine der ältesten deutschen Ortsgruppen. „Landunter“ ist das dritte Rettungsboot des Vereins.

 Vorgänger waren das Aluminiumboot „Gütsel“ und die „Herbert Hübner“. Sie wurde nach 16 Jahren ausgemustert und der Ortsgruppe Schacht-Audorf am Nordostseekanal übergeben. „Mit dem Boot hätten wir nach Helgoland fahren können, aber nicht in den Gewässern im Kreis Gütersloh“, sagte Jens Schmidt, zuständig für das Bootswesen und beteiligt an der Konstruktion des Bootes.

Die „Landunter“ ist „kein Boot von der Stange“. Eine Arbeitsgruppe konstruierte es so, dass es auch bei Unfällen auf der Ems oder den heimischen Baggerseen eingesetzt werden kann. Sascha Uhle aus der Ortsgruppe Rheda-Wiedenbrück zeichnete und die Firma Teuto Kunststofftechnik aus Bielefeld baute das Rettungsboot.

Sponsoren beteiligten sich an den Gesamtkosten von 17 000 Euro. Das 4,10 Meter lange und 1,98 Meter breite Gefährt aus Polyäthylen ist nur 410 Kilogramm schwer, für zehn Personen zugelassen, hat einen Tiefgang von nur zehn Zentimetern und Rollen unter dem leicht V-förmigen Unterboden.

In Überflutungsgebieten wie am Rhein kann es direkt vom Trailer über abklappbare Schienen auf überflutete Straße gerollt werden. Material wie Leinen, Anker, Paddel, Rettungswesten sind im Bug und unter den Sitzbänken verstaut. Das Boot ist mit einem sparsamen 40-PS-Motor ausgestattet und kann etwa 55 Stundenkilometer schnell fahren.

Der Innenraum ist groß genug, um auch Europaletten mit Sandsäcken, Rettungsdiensttragen oder Tragkraftspritzen aufzunehmen, mit denen die Feuerwehr Wasser aus Häusern pumpen kann. Eine variabel nutzbare Treppe auf dem Bug des Rettungsbootes erleichtert den Zugang zu Häusern in überfluteten Straßen. Der Name „Landunter“ steht für diese Einsatzmöglichkeit.

Per Funk ist das Boot unter Adler GT, 2/88/1 erreichbar. Die 2 steht für Gütersloh, die 88 für Motorrettungsboot und die 1 für das erste Boot in Gütersloh. 

Die DLRG-Ortsgruppe hat 640 Mitglieder. Ein Tauch- und ein Bootstrupp mit neun Personen sind in die Wasserrettungszüge des Landesverbands integriert. Die „Landunter“ steht als eines von sechs Booten für den Katastrophenschutz zur Verfügung.

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