Dalke darf sich wieder durch Spexard schlängeln
Bild: Bojak
Verantwortlich für die Arbeiten im Bereich Ruhenstroth: Helmut Barteldrees (Projektleiter, links) und Bernd Winkler (Leiter des Fachbereichs Grünflächen der Stadt) an der Dalke, die bereits durch das neu strukturierte Flussbett fließt.
Bild: Bojak

Die Renaturierung der Dalke hat offenbar in jedem Arbeitsabschnitt ihre Reize. „In spätestens zwei Jahren sind die Austernfischer hier aber wieder verschwunden“, sagt Helmut Barteldrees, Projektleiter der Renaturierungsarbeiten vom Fachbereich Grünflächen.

Verlängerte Strecke, breiteres Flussbett

Auf Gütersloher Stadtgebiet hat die Dalke eine Länge von 15,2 Kilometern. 4,2 Kilometer sind in naturnahem Zustand. 11,2 Kilometer waren begradigt, ausgebaut und mit Stauanlagen versehen.

Seit 1999 wird die Dalke in Teilabschnitten renaturiert. Bisher ist das auf einer Länge von rund fünf Kilometern durchgeführt worden.

Die aktuelle Maßnahme Ruhenstroth kostet 200 000 Euro. 80 Prozent der Kosten werden über das Förderprogramm „Lebendige Gewässer“ in OWL zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie finanziert. 20 Prozent werden als Kompensationsfläche refinanziert

Seit Juni wird ein weiterer Teil der Dalke renaturiert. Die obere Bodenschicht ist bereits weiträumig abgetragen. Die Erdarbeiten sollen bis Ende des Monats abgeschlossen werden. Und während die Dalke den rund 450 Meter langen Abschnitt bisher schnurgerade mit einer Breite von gut acht Metern zurückgelegt hat, schlängelt sich der Sandfluss inzwischen durch den neu in Schleifen angelegten Verlauf. „Dadurch hat sich die Strecke etwas verlängert“, erläutert Bernd Winkler, Leiter des Fachbereichs Grünflächen der Stadt, bei einem Ortstermin. Zudem ist das neue Flussbett etwa zwei Meter breiter als bisher.

Veränderung in wenigen Monaten

„In wenigen Monaten wird der Bereich hier kaum wiederzuerkennen sein“, sagt Winkler. Er verweist auf das zuletzt renaturierte etwa einen Kilometer lange Dalke-Teilstück zwischen Klärwerk und Herzebrocker Straße und wie sich die Flächen dort nach der Maßnahme verändert haben. Nach den Erdarbeiten ist für August die Ansaat auf den angrenzenden Flächen der Dalke vorgesehen.

Landschaft entwickelt sich selbstständig

„Nach und nach wird hier eine Auenlandschaft mit Überschwemmungsflächen entstehen“, erläutert Winkler. „Die Dalke selbst wird sich in den kommenden Jahren wieder ihren eigenen Weg suchen“, ergänzt Barteldrees. Auch wenn der grundsätzliche Verlauf vorgegeben sei, würden durch das Fließgewässer an einigen Stellen Einbuchtungen ausgeschwemmt oder leichte Verschiebungen ausgeprägt. Technische Befestigungen wird es im Uferbereich künftig nicht mehr geben. „Die Landschaft hier wird sich selbstständig entwickeln.“

Zusammenarbeit mit der GNU

Der Fachbereich Grünflächen arbeitet bei der Renaturierungsmaßnahme eng mit der Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU) zusammen. „Wir haben zum Beispiel Flächen ausgewählt auf denen getestet werden soll, welche Gräser, Kräuter und Blumen besonders gut von Insekten angenommen werden“, erklärt Barteldrees. Im November sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Dann kann sich an einem weiteren Teilstück der Dalke wieder naturnaher Lebensraum die Landschaft zurückerobern.

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