Das größte Hindernis ist die Hitze
Bild: Dünhölter
Kopfüber springt Denys Koch durch einen Autoreifen auf dem Gelände der Janusz-Korczak-Gesamtschule. Klar im Vorteil ist, wer dabei das richtige Abrollen beherrscht.
Bild: Dünhölter

Wasser und Schweiß fließen in Strömen. Das siebte Parkour-Camp von Freitag bis Sonntag an der Janusz-Korczak-Schule stellt an diesem Samstag bei Rekordtemperaturen alles bisher Erlebte in den Schatten.

Das Ziel des Camps, nämlich das Ausloten, Erreichen und Überwinden der mentalen und physischen Grenzen, wird Dank der Obst- und Wasser-Flatrate dennoch erreicht. Wem es zu heiß wird, der gönnt  sich eine Pause im Schatten oder macht einen Abstecher in ein eigens herangekarrtes Wasserbassin, um anschließend mit neuem Elan und nassem Shirt das nächste Hindernis zu meistern.

Claus-Peter „Pitt“ Mosner vom Fachbereich Jugend und Bildung der Stadt mahnt die rund 200 jungen Sportler, die aus München, Stuttgart, Leipzig, Berlin, dem Ruhrgebiet und der Schweiz angereist sind: „Willkommen zur diesjährigen Hitzeshow. Es ist absolutes Kreislaufwetter, geht in den Schatten, macht Pausen, trinkt viel.“

Die Worte finden Gehör. Von Freitag bis Sonntag werden bis zu 170 Kästen Wasser verbraucht.

Weil die Traceure ihre Leistungsgrenzen einschätzen können, müssen am Samstag nur zwei Zuschauer mit Kreislaufproblemen behandelt werden. Daniel Heihoff vom Medi-Team Gütersloh: „Natürlich ist Ausdauersport mit direkter Sonneneinstrahlung bei diesen Temperaturen nicht günstig. Die Mädels und Jungs hier scheinen aber Sport gewohnt und sehr vernünftig zu sein.“

Pitt Mosner: „Parkour ist anders als beispielsweise Fußball. Hier muss niemand auf den Platz gehen und funktionieren. Bei uns herrscht kein Leistungsdruck, sondern eine Wohlfühlatmosphäre, da lernt man, auch mit der Hitze umzugehen.“

Bürgermeisterin Maria Unger (SPD) hat die Traceure schon lange in ihr Herz geschlossen. Zum letzten Mal begrüßt sie „meine Jungs und Mädels“ in ihrer Funktion als Stadtoberhaupt. Ihre Nachricht vom Bau eines fest installierten Parkour-Parks, ermöglicht durch eine Spende des Unternehmers Werner Gehring, hören die jungen Leute gern. Zum Abschied verspricht die Bürgermeisterin: „Ich werde Parkour auch weiter mit dem Herzen verfolgen und euch unterstützen, wo ich kann.“ Außer mit einem T-Shirt mit allen Unterschriften danken die Traceure mit roten Rosen.

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