Dauerhitze setzt auch Solaranlagen zu
Bild: Frielinghaus
1162 Photovoltaik-Module befinden sich auf dem Reinwasserbehälter des Wasserwerks Quenhorn. Ob 2018 ein Rekordjahr bezüglich der Gewinnung von Solarstrom wird, können (v. l.) Stefan Hansmersmann (Betrieb Energieanlagen/Energiemanagement), Frank Hartmeyer (Netzgesellschaft Gütersloh), Francisco Lopez Sommer (Bereich Stromerzeugung) und Niklas Dulisch (Azubi bei den Stadtwerken Gütersloh) anhand der Werte aus den vergangenen Monaten noch nicht genau sagen.
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Die Solaranlagen der Stadtwerke Gütersloh haben zum Beispiel durchschnittlich zehn Prozent mehr elektrische Energie erzeugt als in den Vorjahren. Besonders auffällig sei der Juli gewesen, in dem die Stadtwerke ein Plus von 14 Prozent verzeichnen konnten. Trotz der bisher guten Ergebnisse ist Stefan Hansmersmann, der bei den Stadtwerken für das Energiemanagement zuständig ist, eher verhalten mit seiner Prognose. „Es kann noch viel passieren“, sagt er. Sollte es in der zweiten Jahreshälfte nur noch regnen, sei das bisherige Spitzenergebnis hinfällig.

 Und auch die anhaltende Hitze in den vergangenen Wochen habe einen negativen Einfluss auf die Energieerzeugung gehabt. „Wenn die Umgebungstemperatur ansteigt, wird der Wirkungsgrad der Anlagen schlechter“, erklärt er. Das sei auf physikalische Prozesse zurückzuführen. Je wärmer es ist, desto weiter sinkt die Spannung der einzelnen Modulen, wodurch weniger Energie erzeugt wird.

Die Stadtwerke betreiben insgesamt sechs Photovoltaikanlagen. Sie sind auf eigenen Gebäuden des Betriebs installiert – zum Beispiel auf den Dächern des Wasserwerks Quenhorn, des Hauptgebäudes an der Berliner Straße, der Stadtbus GmbH und des Wasserwerks Nordrheda-Ems. Alle zusammen haben eine Leistung von 385 Kilowatt.

Windkraft Spitzenreiter

 Ein Teil des von den Stadtwerken mit Photovoltaikanlagen erzeugten Stroms wird direkt in das Netz eingespeist. Solarstrom mache allerdings nur einen sehr geringen Anteil aus – nämlich rund zwei Prozent der gesamten Menge an Strom, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. „Mit rund 88 Prozent ist die Windkraft der Spitzenreiter“, sagt Francisco Lopez Sommer. Er ist bei den Stadtwerken mit dem Bereich Stromerzeugung betraut. Der Strom aus nachhaltigen Quellen wie Wasserkraft, Wind- und Solarenergie decke etwa ein Viertel des Bedarfs aller Gütersloher Haushalte ab.

Die Solaranlagen am Wasserwerk in Quenhorn sind nicht ans Gütersloher Stromnetz angeschlossen. Die dort erzeugte elektrische Energie wird zu 100 Prozent an Ort und Stelle verbraucht – und zwar zur Wassergewinnung. „Die Anlagen decken etwa sechs Prozent des gesamten Strombedarfs ab“, erklärt Francisco Lopez Sommer.

Im vergangenen Jahr haben die Solaranlagen der Stadtwerke Gütersloh unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt. „Ab der zweiten Jahreshälfte hat es überwiegend geregnet, oder Wolken haben die Sonne verdeckt“, erklärt Stefan Hansmersmann. Ein starkes Jahr sei hingegen 2016 gewesen.

Tendenziell sei es so, dass man mit Photovoltaikanlagen auf das Jahr gerechnet am meisten Strom im Frühjahr und Sommer erzeugen könne – 75 Prozent. Die Monate im Herbst und Winter, wenn die Tage kürzer sind, es häufig regnet oder Wolken am Himmel sind, machten etwa 25 Prozent aus. Bei Windkraftanlagen ist es genau umgekehrt, erläutert Francisco Lopez Sommer: „Deshalb ergänzen sich diese beiden Ressourcen so gut.“ Beteiligt sind die Stadtwerke an unterschiedlichen Windparks in der Region, etwa im Gewerbegebiet Aurea an der Autobahn 2 in Rheda-Wiedenbrück und an drei Windkraftanlagen in Kattenstroth.

Solarnetz wächst weiter

In den kommenden Jahren wollen die Stadtwerke Gütersloh ihr Solarnetz weiter ausbauen. Momentan würden unterschiedliche Standorte geprüft, verraten die Fachmänner. Ein konkretes Projekt sei jedoch noch nicht in Sicht. Zuletzt wurden die Anlagen auf den Reinwasserbehältern der beiden Wasserwerke installiert. Ende 2016 wurden sie in Betrieb genommen.

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