Demografischer Wandel in Gütersloh
Schwungvolle Senioren, aber verhaltene demografische Entwicklung: Der Trend zu „weniger, bunter, älter“ bleibt undramatisch, wie die dritte Demografiekonferenz in Gütersloh bestätigte.

Sie tauschten sich über Schauplätze wie Integration, Familie, Bildung, Seniorenpolitik und Wohnen im Alter aus. Dabei standen die Themen „Familien-Audit“ und „Konversion“ im Mittelpunkt.

Dass die Familienfreundlichkeit einer Kommune als harter Standortfaktor gelten könne, betonte Dr. Andreas Osner vom Verein Familiengerechte Kommune. Osner verwies in seinem Impulsreferat jedoch auch darauf, dass eine kommunale Familienpolitik nicht die Familie ersetzen, sondern nur nach Bedarf unterstützen könne. Mit der Beteiligung am Auditierungsverfahren „Familiengerechte Kommune“ hat die Stadt mit dem Beschluss des Rates vom 15. März bereits 16 Zielvereinbarungen beschlossen, darunter zum Beispiel den Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten für alle Schulformen.

Dass mit dem Abzug der Briten rund 1000 Wohnungen freiwerden, deren Zustand noch untersucht werden muss, und Kaufkraft in Höhe von 120 Millionen Euro abfließt, sind – außer den umfangreichen Arealen an der Marienfelder und der Verler Straße – nur einige Auswirkungen, die das Leben in der Stadt in den nächsten Jahren beeinflussen werden. Der Demografie- und Konversionsbeauftragte Dr. Michael Zirbel stellte den Stand der Untersuchungen der Flächen dar und zeigte Perspektiven auf.

„Wir werden weniger, bunter und älter“, so hat der Gütersloher Demografiebericht aus dem Jahr 2008 die Entwicklung der Stadtbevölkerung in Gütersloh beschrieben. Und diese Aussagen stimmen nach wie vor. Akut bemerkbar macht sich der demografische Wandel in keinem Bereich. So sieht zum Beispiel Evelyn Hilker vom Fachbereich Grünflächen noch keinen Anlass, die Kinderspielplätze in Seniorentreffpunkte umzubauen. Auch in der Volkshochschule sind keine auffälligen Verschiebungen unter den Kursusteilnehmern zu beobachten. Außer der Kinder- und Seniorenuni würden immer mehr Projekte im Vordergrund stehen, die das Miteinander der Generationen förderten, so VHS-Leiterin Dr. Birgit Osterwald.

Mit dem Forum „Wohnen im Alter“, dem Quartiersmanagement in Avenwedde-Mitte, einem aktiven Seniorenbeirat und „Siba – Sport im besten Alter“ stellte Dezernent Joachim Martensmeier eine Fülle von Maßnahmen und Projekten vor, die vor allem die Belange Senioren in den Blick nehmen.

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