Demonstranten kämpfen gegen Schlachthöfe
Bild: Dünhölter
Alle Schlachthäuser schließen lautete die zentrale Forderung beim Marsch durch die Gütersloher Innenstadt.
Bild: Dünhölter

 „Wer denkt, in Schlachthöfen geht es brutal zu, hat sich noch nie die Bedingungen in der Massentierhaltung angesehen. Wenn Tiere den Teufel beschreiben müssten, würden sie den Menschen beschreiben“, sagte Hübner. Kurz zuvor hatte der Hauptredner des am Samstag in der Innenstadt von drei Tierschutzorganisationen gemeinsam initiierten, mehrstündigen Protests gegen Schlachthöfe bereits verstörende Bilder von geschredderten Küken und von Schweinen beschrieben.

Zur Demonstration zur „Schließung aller Schlachthöfe“ hatten die zuvor in vielen deutschen Großstädten aktiven Tierrechtsaktivisten von Animal Rights Watch (Ariwa) in Zusammenarbeit mit den lokalen Aktivisten vom Verein Fairleben und des Bündnisses gegen die Tönnies-Erweiterung aufgerufen. Kampagnenkoordinator Simon Anhut von Ariwa zu den Beweggründen des ersten Protesttages an der Dalke: „Der Kreis Gütersloh ist einer der Hotspots der europäischen Fleischindustrie. Wir töten Tiere für Nahrung und Kleidung. Das ist absolut nicht notwendig. Das sind alles Individuen. Die wollen genau so leben wie wir.“

Wie zum Beweis präsentierten vier Tierschützer im Rahmen des von Liedern, Reden und einem Kurzfilm begleiteten Treffens auf dem Konrad-Adenauer-Platz Zahlen. Während eines nur viereinhalbminütigen Liedes seien 2593 Kühe, 4428 Schafe, 11 988 Schweine, 496 230 Hühner und 727 650 Fische getötet worden, hieß es.

Mit-Organisator Oliver Groteheide von Fairleben sprach angesichts der großen Teilnehmerzahl schon früh von einem „in vielerlei Hinsicht goldenen Tag.“ Das Vorstandsmitglied berichtete von „150 bis 180 Mitstreitern.“ Offiziell zugelassen sowie vom Ordnungsamt und Beamten der Kreispolizeibehörde überwacht waren unter Einhaltung der Abstandsregel 100 Teilnehmer. Oliver Groteheide: „100 ist eine Planungszahl. Wir sprechen gleich mit den Behördenvertretern.“

Speziell am Anfang des vom Konrad-Adenauer-Platz über den Kolbeplatz zum Dreiecksplatz führenden Demonstrationszugs kam es zu interessanten Szenen. „Wir sind laut, wir sind hier, für die Befreiung von Mensch und Tier“, skandierten die Aktivisten, als sie auf der Berliner Straße langsam Richtung Berliner Platz gingen, aufmerksam beäugt von den Kunden der ansässigen Fleischerei. Dort ließen sich Besucher der Innenstadt in der Mittagszeit ihr Bratwurst-Brötchen schmecken.

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