Demonstrationen mit besonderen Auflagen
Bild: Dinkels
Tierschutzaktion fast ohne Zuhörer: Am Samstag demonstrierten Aktive des Vereins Achtung für Tiere auf dem Kolbeplatz. Mitarbeiter des Ordnungsamts achteten darauf, dass sich keine Passanten auf dem Platz versammelten und möglicherweise gegen die Abstandsverordnung verstießen.
Bild: Dinkels

Ausgestattet mit tierischen Anzügen, Mund- und Nasenschutz sowie mit Transparenten. Unter den strengen Augen des städtischen Ordnungsdienstes. Davor Kreuze und Friedhofskerzen. Außer den Aktivisten hielt sich auf dem Kolbeplatz kaum Menschen auf. Deswegen fragte sich die Rednerin auch erst: „Es hört zwar niemand zu, aber soll ich es trotzdem erzählen?“ Sie tat es. Ihre Botschaft: „Tierversuche sind eine Katastrophe für Mensch und Tier. Und sie sind undemokratisch.“ Ähnlich stand es auf den Transparenten zu lesen. „Tiere fühlen – Tiere leiden. Tiere wollen leben.“ Deshalb die Forderung: „Tiere leben lassen und beschützen.“

Passanten wurden weitergeschickt

Allein: Die Mahnungen der Tierschützer blieben so gut wie ungehört. Und wenn doch Passanten stehenblieben, um zuzuhören, wurden sie von den städtischen Ordnungskräften unmissverständlich aufgefordert, weiterzugehen. Währenddessen herrschte auf dem Wochenmarkt auf dem Berliner Platz und auf der Berliner Straße nebenan reger Betrieb - fast wie an einem Samstag vor Corona. Zunehmend sah man dort auch Menschen mit Mund- und Nasenschutz, die ab Montag, 27. April, in allen Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln verbindlich sind.

Klimaschutz statt Ausgaben fürs Militär

Am Freitag hatten bereits Aktivisten des Kreisverbands der Linken und des Vereins Fairleben auf dem Berliner Platz auf den Zusammenhang von Klimaschutz, der Corona-Pandemie und Aufrüstung aufmerksam gemacht. Sie forderten massive Kürzungen der Militärausgaben um das Geld für Klimaschutz, Gesundheit und für die Beseitigung von Armut und Hunger einzusetzen. In Deutschland und überall auf der Welt, wie die Aktivisten betonten. Bereits seit vergangenem Herbst zeichne sich eine erneute Wirtschafts- und Finanzkrise ab. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen könnten daraus die größte Krise in der Geschichte der Bundesrepublik hervorrufen. Es drohe eine Zuspitzung der seit Jahren zunehmenden sozialen Ungleichheit. Unter diesen Bedingungen sei es verantwortungslos, zig Milliarden in unsinnige Rüstungsprojekte zu stecken, mahnten die Demonstranten.

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