Der GTV will den Jahnplatz verkaufen
Archivfoto: Dünhölter
Der Vorstand des Gütersloher Turnvereins mit (Archivfoto v. l.) Marcel Jakobsmeier, Sabine Röhrs, Moritz Lippa und Rolf Behrendt lädt seine Mitglieder zu einer außerordentlichen Versammlung ein. Bei der Online-Veranstaltung soll über den Verkauf des Jahnplatzes abgestimmt werden.
Archivfoto: Dünhölter

Als Legitimation für die Verkaufsgespräche, die sich in der finalen Verhandlungsphase befinden, beruft der geschäftsführende Vorstand der Turner für Dienstag, 11. Mai, eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein. Sie beginnt um 19. 30 Uhr. Die Tagesordnung der Online-Zusammenkunft umfasst vier Punkte. 

Unter Punkt drei bittet der Vorstand, bestehend aus Sabine Röhrs (erste Vorsitzende), Moritz Lippa (zweiter Vorsitzender), Rolf Behrendt (Finanzchef) und Marcel Jakobsmeier (Sportwart) das Gremium um einen Beschluss zum Verkauf des Jahnplatzes. Dem folgt unter viertens die Abstimmung über den Verkauf von Wohnhaus und Fußballheim an der Jahnstraße 47. 

Das Zahlenwerk soll den Mitgliedern nach Vorstandsentscheid „persönlich und nicht zuerst über die Medien“ vorgestellt werden, so Sabine Röhrs. Den Verantwortlichen des GTV liegen nach Angaben von Lippa mehrere Offerten vor: „Wir haben Angebote, unter anderen aus der Privatwirtschaft, die über unserer Schmerzgrenze liegen, unter der wir das Areal keinesfalls weggeben.“ 

Angebote liegen vor

Ohne eine genaue Summe zu nennen, bekräftigt auch Marcel Jakobsmeier: „Wir hatten Angebote vorliegen, für die wir keine Mitgliederversammlung einberufen hätten.“ Die Stadt Gütersloh, die mit ihrem Angebot unter den anderen liege, sei über die Gespräche informiert. 

Sollten die Mitglieder dem Verkauf des 16 000 Quadratmeter großen Areals wie erwartet zustimmen, endet damit eine fast 91-jährige Historie. Einweiht wurde der im Vereinsbesitz befindliche, idyllisch liegende Fußballplatz am 24. August 1930. 2017 begannen die Gespräche mit der Verwaltungsspitze um Ex-Bürgermeister Henning Schulz (CDU). 

Im Wissen um die hohe Emotionalität des Themas bemühen die Entscheidungsträger ausschließlich sachliche Argumente als Verkaufsgründe. Moritz Lippa: „Uns allen fällt es nicht leicht. Natürlich verbindet man den GTV mit dem Jahnplatz. Aber die Gebäude sind alt, müssen dringend renoviert werden. Ohne Flutlichtanlage und Kunstrasenplatz ist das Gelände nicht zukunftsfähig. Beides ist wegen der erhöhtem Lärmemission aber nicht genehmigungsfähig. “

Neue Mannschaften in Blankenhagen

Mit dem im vergangenen Jahr bezogenen Kunstrasenplatz in Blankenhagen sei eine ganzjährige bespielbare Alternative gefunden worden. Dort nehme der GTV als Sportverein nach Einschätzung der ersten Vorsitzenden „auch seine soziale Verantwortung für den Stadtteil wahr“. Trotz Lockdown-Beschränkungen seien dort binnen kurzer Zeit bereits „mehrere neue Jugendmannschaften“ entstanden. 

Verantwortung für seine weit mehr als 2000 Mitglieder übernimmt der Gesamtvorstand auch mit seinen Plänen des in der Entstehung befindlichen GTV-Zentrums am Postdamm. „Mit den eins zu eins in den Sport investierten Verkaufserlösen wollen wir etwas schaffen, dass den GTV langfristig voranbringt“, umreißt Sabine Röhrs die mit dem Bau eines neuen Vereinsheims verbundene Absicht des geschäftsführenden Vorstands. Man wolle sich „kein Denkmal setzen, sondern für die Jugend und den Verein Bleibendes gestalten“. 

Sollten die Mitglieder gegen den Verkauf des Jahnplatzes stimmen oder die Verkaufsgespräche scheitern, bedeutet dies laut Schatzmeister keinen Rückschritt für die Pläne. Rolf Behrendt: „Wenn der Platz nicht verkauft wird, ist der GTV nicht handlungsunfähig.“ 

Erstaunt über die Debatte

Etwas erstaunt zeigt sich das Leitungsteam angesichts der vielen Gerüchte und Spekulationen rund um die städtebauliche und sportpolitische Zukunft des seit einem Jahr verwaisten Fußballplatzes. Stellvertretend für seine Kollegen sagt Marcel Jakobsmeier: „Es wird viel geredet. Aber leider nicht mit uns.“ Als Eigentümer des Areals hat der Gütersloher Turnverein nach eigenen Angaben Gespräche mit den Vertretern der politischen Parteien und den Initiatoren des Bürgerantrags angestoßen.

Anmeldung bis zum 10. Mai per E-Mail an kontakt@guetersloher-turnverein.de.

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