Der Kopf allein reicht nicht für die Kunst
Bild: Pieper
Der Künstler und Kunsterzieher Werner Schlegel zeigt ab Sonntag, 18. März, Arbeiten seiner Schüler im Gütersloher Kunstverein.
Bild: Pieper

 Für den Bildhauer und Zeichner Werner Schlegel ist die Antwort klar: Kunst.

Seit einem Vierteljahrhundert ist der Künstler als Lehrer am Wadersloher Gymnasium Johanneum tätig. Nach zig Schülergenerationen, fünf Direktorenwechseln und unzähligen Ministeriumserlassen, nach steten Kämpfen um Sponsorengelder, Kooperationen, Arbeits- und Ausstellungsflächen für seine Eleven, hat der 58-Jährige dort ein Forum geschaffen, in dem Kunst und Kreativität prächtig gedeihen. Ein üppiger Nährboden für so manche Künstlerkarriere und interdisziplinäres Denken.

Darum geht es beim „Projekt Kunst – Der Kopf allein reicht nicht aus“. Unter diesem Titel hat Schlegel jetzt ein 142-Seiten starkes, von seinem Kollegen Thorsten Müller geschriebenes und von Kultursekretariat NRW mit 50 000 Euro gefördertes Kompendium herausgegeben. Darin präsentiert er sein Wadersloher Konzept, offenbart die mit den Schülern gemachten Erfahrungen – und Erfolge.

Das Heft (samt CD) dient nicht nur als Wegweiser für engagierte Lehrer und als Praxisanleitung für den Kunstunterricht in den Klassen fünf bis zwölf, sondern ist gleichzeitig der Katalog für die Wanderausstellung „Projekt Kunst“. Ab Sonntag, 18. März, macht sie nach Stationen im Museum Abtei Liesborn, im Siegerlandmuseum, in Iserlohn, Paderborn und Rheine bis zum 29. April Halt im Gütersloher Veerhoffhaus, Domizil des Kreiskunstvereins. Die Vernissage ist um 11.30 Uhr.

Zeigen schon die Arbeiten aus der Erprobungs-, Mittel- und Oberstufe, welch kreativer Reichtum sich entwickelt, wenn genügend Geld, Raum und Personal für den Kunstunterricht vorhanden sind, so sorgen die ehemaligen Schlegel-Schüler für echte Überraschungen.

Die in Bielefeld ansässige Bildhauerin und Malerin Ute Hindahl präsentiert in Bronze gegossene, zu menschlichen Figuren mutierte Fundstücke. Stefanie Gärtner, die Design an der FH Münster studiert und schon zum Kreis jener zählt, die die Einrichtung des neuen Landesmuseum für Kunst in Münster entwerfen, verblüfft mit der Rauminstallation „Kirschlein, pflück dich“: Mit, auf und auch in ihr lernen Kinder spielerisch alles über die Kirsche.

Nicolas Heiringhoff punktet mit Malerei. Jan Koschinski empfiehlt sich als bereits ausgezeichneter Designer. Und Jana Merkens liefert mit ihren großen fotorealistischen Kinderporträts sowie der tönernen Plastik einer alten Frau eine emotionale Ikonografie, die staunen lässt.

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