Der letzte Cowboy reitet Richtung Premiere
Bild: Blumenstein
Seine ersten Cowboystiefel: Joachim (Fabian Baumgarten), Möchtegern-Cowboy aus Gütersloh, ist begeistert. Übrigens auch von Schuhverkäuferin Melanie (Lucie Mackert).
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Bekifft torkelt der Teenager in den Unterricht und demütigt seine Lehrerin dermaßen, dass sie kurz darauf den Dienst quittiert. Am Bühnenrand greift nun Svavar Knútur in die Gitarrensaiten. „Stopp mal, Svavar“, ruft Regisseur Christian Schäfer nach wenigen Takten. Probentag Nummer 21 für den „Letzten Cowboy“.

„Du kannst das Intro ruhig offensiver spielen“, erklärt Schäfer dem isländischen Musiker auf Englisch. Der setzt erneut an, deutlich lauter. Zu viel, wie Schäfer findet: „Nicht aggressiv, aber auch nicht zu weich.“ Mit der dritten Variante des Live-Zwischenspiels ist der Künstlerische Leiter des Theaters Gütersloh dann zufrieden.

Und weiter geht es mit der nächsten Szene des von Schäfer geschriebenen Stücks „Der letzte Cowboy (Solitary Man)“. Die vier Hauptdarsteller proben das tragikomische Stationendrama in 19 Szenen an diesem Vormittag in einer Halle am Steinmerschweg in Spexard, akribisch beobachtet von Christian Schäfer, seinem Regieassistenten Daniel Jokisch sowie den Kostümbildnerinnen Julia Ströder und Anna Barthold-Torpai. Die vier sitzen nebeneinander an einem langen Tisch. Noch vier Wochen sind es bis zur Uraufführung: Am 21. Mai feiert Schäfers Eigenproduktion bei den renommierten Ruhrfestspielen in Recklinghausen ihre Premiere. Auf der Bühne: „Cowboy“ Fabian Baumgarten sowie in jeweils mehreren unterschiedlichen Rollen Christine Diensberg, Lucie Mackert und Svavar Knútur.

Christian Schäfer ist hochkonzentriert, wirkt aber nicht angespannt. „Wir haben das ganze Stück inzwischen einmal durch und ich bin froh, dass wir jede Szene schon einmal gemacht haben“, sagt er. „Das wollte ich als erstes Ziel vor dem Umzug erreicht haben.“ Mit Umzug meint er den in der kommenden Woche anstehenden Wechsel aus der Halle, die früher das Kolpingbildungswerk nutzte und in der das Bühnenbild aus Grobspanplatten gebaut worden ist, ins Theater nach Gütersloh.

Regisseur Christian Schäfer.
Dann wird unter realen Bedingungen für Recklinghausen und für die Aufführungen in Gütersloh im September geprobt. Vor allem die Beleuchtung ist etwas, das sich das Team hier in der Halle mehr oder weniger dazudenken muss. Und auch eine Säule steht dem Regisseur immer wieder mal im Blickfeld. Als Lucie Mackert als Schuhverkäuferin Melanie und Fabian Baumgarten als Cowboy Joachim Ostenkötter Szene Nummer sieben eröffnen, rollt Christian Schäfer auf seinem Drehstuhl schnell in die linke Ecke der Halle, um freien Blick auf sein Ensemble zu haben.

Die ausführliche Proben-Reportage mit vielen weiteren Hintergrundinfos lesen Sie in der „Glocke“ von Samstag, 23. April!

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Regisseur Christian Schäfer.
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