Diakonie schließt Schuldnerberatung
Bild: Bitter
Sehen Schuldner- und Insolvenzberatung als Einheit: (v. l.) Ingo Hansen und Artur Gerber (Diakonie Halle), Christa Birkner und Björn Neßler (Diakonie Güterloh) sowie Rainer Bartonischek und Hans Mestekemper (Sozialdienst katholscher Frauen und Männer) für den Kreis Gütersloh.
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Während einer Aktionswoche, die noch bis zum 23. Juni dauert, fordern die Träger, die „willkürliche Trennung durch ungleiche Finanzierung“ zu beenden, damit „unverzichtbare Beratungsangebote“ für überschuldete Kreisbewohner aus allen Bevölkerungschichten nicht wegbrechen.

Aktuell refinanziert der Kreis Gütersloh die Schuldnerberatung. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert zwar die Insolvenzberatungsstellen, allerdings weit unter den Kosten, die den Trägern entstehen. Vor diesem Hintergrund gebe die Diakonie Gütersloh die landesgeförderte Stelle der Insolvenzberatung zum Jahresende auf, informierte am Montag der Vorstandsvorsitzende Björn Neßler.

Ob der SKFM das Beratungsdefizit ausgleichen könne, hänge von einer stärkeren Unterstützung durch den Kreis ab, sagte SKFM-Vize Hans Mestekemper. Er berichtete, ein erweiterter Förderantrag sei gestellt, aber noch nicht entschieden. Sein Kollege Rainer Bartonischek erläuterte: „Wenn die beiden Insolvenzberatungsstellen im Kreis, die bei den Schuldnerberatungen angesiedelt sind, mittelfristig abgebaut werden, fällt ein wichtiges Instrument der Entschuldung weg.“

Artur Gerber von der Diakonie Halle weiß, dass die von Gerichtsvollziehern, Banken, Firmen und Jobcentern zugewiesene Klientel zunächst psychisch stabilisiert werden muss – zum Beispiel nach Arbeitslosigkeit, Trennung, Krankheit oder fehlgeschlagener Selbstständigkeit. Von einem sanierten Fall würden Geldinstitute, der Gesundheitssektor und die Sozialversicherungssysteme profitieren, merkte er an.

„Wir sind schließlich ein Teil des Sozialen in der Marktwirtschaft“, unterstrich Christel Birkner von der Diakonie Gütersloh. Das größte finanzielle Defizit trägt aktuell die Diakonie Halle, weil sie eine ganze Insolvenzberatungsstelle vorhalte und mittlerweile 40 Prozent der Personal- und Sachkosten selbst aufbringen müsse, legte Vorstand Ingo Hansen dar. Er sieht keine finanzielle Anpassung durch das Land. Die Beratungsstellen sind erreichbar: Diakonie Gütersloh unter Tel. 05241/98673130; Diakonie Halle unter Tel. 05201/18488 und SKFM unter Tel. 05242/9020512.

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