Dieser Luther macht Lust auf mehr Mut
Bild: Pieper
Ein Bückling, der nichts nutzt: Szene aus dem Kindermusical „Mutig leben - Martin Luther“, die den Reformator vor dem Reichtstag zu Worms zeigt.
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 Ihre Thesen wollten einfach nicht am selbst gebastelten Kulissentor halten. Was der umjubelten Uraufführung am Samstag in der Matthäuskirche aber keinen Abbruch tat.

Applaus für ein aufwendiges, mit 2000 Euro von der Evangelischen Stiftung unterstütztes Projekt, das Leben und Wirken des Reformators kindgerecht und trotzdem in historischem Kontext eingebettet auf die Bühne bringt. Eineinhalb Jahre haben die Vorbereitungen gedauert. Seit den Sommerferien probten rund 60 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren unter der Leitung ehrenamtlicher Helfer das Stück ein, für das Ulrike Laubinger (Regie), Katrin Pfeiffer und Malin Sauermann die Texte schrieben. Uwe Hunold komponierte dazu ideenreiche Melodien mit Ohrwurmqualität.

Da wird auch mal ordentlich gerockt, wenn Luther im Gewitter mit sich selbst ringt oder gegen die Ablassbriefe wettert. Und es wird Walzer getanzt, wenn der Kirchenmann seine Katharina heiratet. Mit Andreas und Martina Ringeln sowie Mona Brune hatte der Komponist ein beschwingt als Gemeindeband „Sound of South“ aufspielendes Team an seiner Seite. Absolut liebenswert und konzentriert zeigte sich der Kinderchor, der mit hellen Stimmen die Geschichte voranbrachte. Die eigens aufgenommene Musical-DVD verrät mehr.

Wer Martin Luther nicht als spröden Dogmatiker darstellen will, sondern im wahrsten Sinn des Wortes als einen Befreiungstheologen, der anderen Mut machen will, zur eigenen Überzeugung zu stehen, muss die Facetten dieser Person auffächern. Regisseurin Laubinger gelang das vor allem durch die

Der Erlös der Musical-Uraufführung und einer Wiederholungsvorstellung am Sonntag, 4. November, kommt zur Hälfte dem „Haus der Hoffnung“ in Brasilia zugute. Dort werden Straßenkinder betreut, die unter anderem durch Theaterprojekte neue Lebensperspektiven erhalten.
Mehrfachbesetzung der Titelfigur. Fünf Kinder stellten den Reformator als träumerischen Schuljungen, unbedarften Studenten, verängstigten Mönch, streitbaren Reformator und gesetzten Familienvater dar. Allesamt Sinnbilder der Botschaft, dass das Vertrauen in Gott jeden mutig und stark machen kann. Wie sagte Pfarrer Stefan Salzmann eingangs? „Tolles Team, tolle Kinder, tolles Stück.“ Recht hat er.

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