Dobermann Diana ist wieder gesund und munter
Glänzendes Fell, aufmerksame Augen und nur Unsinn im Kopf: Dobermann-Hündin Diana mit ihrem neuen Herrchen Thorsten Paschert im Garten der Greffener Familie. 

 Als das heute so gesund aussehende Tier im Oktober im Tierheim abgegeben wurde, bestand es nur noch aus Haut und Knochen. Der Vorbesitzer hatte den Hund während seines Urlaubs 14 Tage ohne Wasser und Nahrung allein in der Wohnung eingesperrt. Wasser holte sich der Hund wahrscheinlich aus der Toilette. Nach seiner Rückkehr lieferte der Hundebesitzer den abgemagerten Vierbeiner im Tierheim ab.

Abgemagert bis auf die Knochen

Statt der bei dieser Rasse üblichen 30 Kilogramm brachte das Häufchen Elend gerade noch 15 Kilogramm auf die Waage. Zwei oder drei Tage länger, und Diana wäre verhungert. Die Leitung des Tierheims machte den Fall umgehend öffentlich. Das Schicksal der Kreatur bewegte viele Menschen im Kreis Gütersloh. Auch Thorsten Paschert (46) und seine Frau Marion (42) fragten sich: „Wie kann man einem Hund nur so etwas antun?“ Weil sie bereits früher Erfahrungen mit zwei Dobermännern gemacht hatten, beschlossen sie, den Hund aufzunehmen. Das haben sie bislang nicht bereut. Thorsten Paschert: „Natürlich gibt es Situationen in denen man sich fragt, warum man sich das antut. Aber eigentlich klappt es super.“ Die Freude, die das neue Familienmitglied der dreiköpfigen Greffener Familie seit ihrem Einzug vor gut zehn Wochen bereitet, spürt jeder Besucher. Beim Gespräch mit Thorsten Paschert sitzt der Hund, der jetzt wieder Idealgewicht hat, seinem Herrn fast auf dem Schoß. „Sie ist verspielt wie ein kleiner Hund, nur, dass sie ein ziemlich großes Maul hat“, erzählt Paschert. Nachdem neulich in halber Kuchen in ihrem Magen verschwand, haben es sich die Pascherts abgewöhnt, Speisen offen auf dem Tisch stehen zu lassen.

Schwieriger Anfang

Wenn Herrchen und Hund zusammen Joggen oder ihre täglichen 30-minütigen Ausläufe per Fahrrad unternehmen, sind die anfänglichen Schwierigkeiten vergessen. Speziell die ersten Tage waren für alle Beteiligten alles andere als ein Zuckerschlecken. Schmunzelnd berichtet der Hausherr von der aufregenden, schlafarmen ersten Nacht mit Diana. Der Versuch, das vierbeinige Familienmitglied in der Waschküche anzusiedeln, wurde mitten in der Nacht nach lautstarkem Protest abgebrochen. Erst nachdem Thorsten Paschert die Küchenbank zum Bett umfunktioniert hatte, beruhigte sich der irritierte Hund und gab Ruhe.

Am Gehorsam wird noch geübt

Mittlerweile ist der Dobermann stubenrein und ruht in einem Korb im Wohnzimmer. Auch der Gehorsam wird immer besser. „Für ihre Verhältnisse gehorcht sie schon ganz gut“, freut sich Paschert und tätschelt seinem Zögling liebevoll den Kopf. Weil Diana bei ihrem Vorbesitzer keinerlei Erziehung genossen hatte, ging es bei null los. Nur dass ein fast zweijähriger Dobermann eben kein Welpe mehr ist. „So ein Hund hat einen Dickkopf. Mit dem muss man erst mal klar kommen“, betont das Herrchen. Das Gassigehen findet deshalb bisher ausschließlich an einer zehn Meter langen Laufleine statt. Irgendwann, so hofft die Familie, wird Diana aber auch die nicht mehr ständig brauchen. Dann wären auch die Schrecken der Vergangenheit vergessen.

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