Dritte Gesamtschule favorisiert
Bild: Dinkels
Auch die ab 2018 letzte Gütersloher Hauptschule Ost soll nach dem Willen einer Arbeitsgruppe ab dem Schuljahr 2017/18 keine Schüler mehr aufnehmen und auslaufen.
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Gleichzeitig sollen die Freiherr-vom-Stein-Realschule und die Hauptschule Ost auslaufen. Mit diesen Vorschlägen im Rahmen der Schulentwicklungsplanung beschäftigt sich der Bildungsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag, 19. April (17 Uhr im Ratssaal). Die vollständigen Unterlagen sind seit Freitagnachmittag auf der Internetseite der Stadt (Ratsinformationssystem) öffentlich zugänglich.

In einer begleitenden Mitteilung heißt es: „Nach Abwägung verschiedener Varianten kommt die Arbeitsgruppe zu dem Schluss, dass eine Gesamtschule dem Anmeldeverhalten und den prognostizierten Schülerentwicklungszahlen am ehesten gerecht wird.“

Dabei haben die Planer mit reichlich Unwägbarkeiten zu arbeiten. Wegen neuer Schulangebote der Nachbarkommunen ist die Zahl der Einpendler, die zeitweise ein Drittel der Gesamtschüler ausmachten, stark zurückgegangen. Gleichzeitig entwickelt sich der demografische Wandel anders als prognostiziert. Zum einen gibt es mehr Geburten, zum anderen führt die Zuwanderung zu einem erhöhten Bedarf. Laut Vorlage für dem Ausschuss belegen die Übergangsquoten zudem, dass seit dem Schuljahr 2012/13 mehr Schüler auf die Gesamtschulen gewechselt sind und Übergänge zu den Realschulen, insbesondere zur Freiherr-vom-Stein-Schule, zurückgegangen seien.

Ob das Wort Errichtung im Sinne von Neubau wörtlich zu verstehen ist, mochte Bildungsdezernent Joachim Martensmeier der „Glocke“ am Freitag nicht bestätigen. Das sei eine Option. Zunächst gehe es darum, das Angebot einer weiterführenden Schule im Norden (Sekundarstufe) zu sichern. Als Standort sei er auch deshalb ausgesucht worden, weil die anderen Stadtteile versorgt seien und die Hauptschule Nord auslaufe (bis 31. Juli 2018). Insgesamt wurden zehn Varianten geprüft, darunter eine Gesamtschule am Standort Ost.

Vorgeschlagen wird nun die Errichtung einer vierzügigen dritten Gesamtschule zum Schuljahr 2018/19. Erst dann sei die notwendige Mindestanzahl von Schülern zu erwarten. Zeitgleich soll die in den unteren Jahrgängen noch zweizügig geführte Freiherr-vom-Steinschule auslaufen und keine Schüler mehr aufnehmen. Jene, die in den nächsten beiden Schuljahren angemeldet werden, sollen dort noch ihren Abschluss machen können.

Die Hauptschule Ost soll bereits ab dem Schuljahr 2017/18 keine fünfte Klasse mehr bilden und auslaufen. Die Hauptschule, die eigentlich zweizügig geführt werden müsste, hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Schwierigkeiten, auch nur eine Klasse zu bilden.

Auftakt zur Beteiligung

Vorlage und Beratung über den „Entwurf der anlassbezogenen Schulentwicklungsplanung“ in öffentlicher Sitzung des Bildungsausschusses am 19. April sind laut Verwaltung Auftakt eines Beteiligungsverfahrens, in dem die Schulkonferenzen, die Sozialraumarbeitsgemeinschaften sowie die Nachbarkommunen um Stellungnahme zur Schulentwicklungsplanung gebeten werden.

„Wir hoffen auf zahlreiche Diskussionsbeiträge und eine intensive Abwägung“, erklärt Schuldezernent Joachim Martensmeier für die Arbeitsgruppe. Die Stellungnahmen würden mit den Wertungen der Verwaltung in die Schulentwicklungsplanung eingepflegt. Der entsprechend ergänzte Entwurf werde erneut dem Bildungsausschuss zur Beratung vorgelegt. Der Sitzungstermin soll frühzeitig bekanntgegeben werden. Konkrete Überlegungen zum Standort für die dritte Gesamtschule im Norden sollen dann in einem weiteren Schritt erfolgen.

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