Dritte Gesamtschule wird teurer
Bild: Dinkels
Bildschirme statt Tafeln: Stadtbaurätin Nina Herrling und Schulleiter Martin Göcke besprechen sich in einem der Klassenzimmer.
Bild: Dinkels

Noch sind die Räume nicht bezugsfertig. Die vier sechsten Klassen werden den weitgehend fertiggestellten Bauteil 2 beziehen. Dieser erste Bauabschnitt (Umbau und Erweiterung eines früheren Klassentrakts) hätte eigentlich schon vor einem Jahr zum Schulstart abgeschlossen sein sollen, er hatte sich aber unter anderem wegen Verzögerungen bei den Fenstern in die Länge gezogen. Außerdem wird das Gebäude vorübergehend die Mensa und Verwaltungsräume wie das Lehrerzimmer aufnehmen.

Die neuen fünften Klassen beziehen vorübergehend einen umgebauten Teil des Altbaus, den ehemaligen Fachunterrichtstrakt, der später einmal als Bauteil 6 den Ganztagsbereich und die Naturwissenschaften beherbergen wird. Jetzt stehen dort vier Klassenräume, zwei Differenzierungsräume sowie zwei naturwissenschaftliche Räume und eine Lehrküche zur Verfügung.

„Das Schulgebäude wächst mit der Schulgemeinde“, sagte die technische Beigeordnete Nina Herrling am Dienstag bei einem Ortstermin. Das sei eine große Herausforderung und es sei viel Abstimmungsarbeit erforderlich. Auch die Abbrucharbeiten hätten zu Verzögerungen geführt.

„Bis 2023 war immer ein ambitioniertes Ziel“, sagte Herrling und deutete damit an, dass der schon mehrfach überarbeitete Zeitplan wohl nicht zu halten sein wird. Schulleiter Marcus Göcke stellte für die Schulgemeinde fest: „Wir leben die nächsten fünf bis sechs Jahre mit einer Baustelle.“

Die gesamte Baumaßnahme sei umstrukturiert worden, und an vielen Stellen seien Anpassungen erforderlich gewesen, so Herrling. Es gelte, Zeit wieder aufzuholen. Im nächsten Jahr sei es erforderlich, einen größeren Abschnitt fertigzustellen, denn dann muss ein weiterer Jahrgang mit vier Klassen untergebracht werden.

Wie der Zeit- wird auch der Kostenplan nicht zu halten sein. „Wir sind dabei, neue Kostenstände zu ermitteln“, sagte die Beigeordnete. „Die Preisentwicklung schlägt auch hier zu.“ Es gebe eine deutliche Kostensteigerung auf dem Bau. Außerdem berge das Bauen im Bestand immer wieder Überraschungen. Bisher war die Rede von rund 27 Millionen Euro. Herrling: „Der bisher genannte Rahmen wird schwer einzuhalten sein.“ Details sollen zuerst in den politischen Gremien vorgestellt werden.

Inzwischen abgerissen worden ist in den Ferien der alte Haupteingang. Weitere Abbrucharbeiten stehen in den Herbstferien bevor. 2019/20 stehen der weitere Ausbau des Altbaus und die Errichtung eines ersten Teils des Verbindungstrakts an, der zunächst vier und später sieben Gebäuderiegel verbinden soll.

Wofür die Schule steht

Mit der Entwicklung des Schulstandorts sei die Stadt sehr zufrieden, sagte Henning Matthes, Beigeordneter für Familie, Jugend, Schule, Soziales und Sport der Stadt Gütersloh. Mit Spannung habe man die Anmeldezahlen nach einem Jahr Betrieb erwartet. Die Nachfrage sei so groß, dass 20 Schüler woanders beschult werden müssten. „Das ist ein klares Signal, dass die Schule schon im ersten Jahr eine positive Ausstrahlung hat“, sagte Matthes.

„Es tut mir leid um jedes Kind, das hier keinen Schulplatz bekommen hat“, sagte Schulleiter Marcus Göcke (47). Die vierzügige Gesamtschule sei ein kleines System. Und da es sich um eine wachsende Schule handele, bestehe noch ein großer Gestaltungsspielraum. Im Herbst habe man ein pädagogisches Forum aus Eltern, Schülern, Lehrern und der Initiative für die Gesamtschule gebildet. Es beschäftige sich mit dem Schulprogramm.

Eine Gruppe kümmere sich auch um die Namensgebung, berichtete Göcke. Ein Name sei nicht nur eine Plakette, die man an das Gebäude hefte. Er müsse nach innen und nach außen wirken und mit Inhalt verbunden sein.

Ganz wichtig bei der Namensfindung sei die Frage: „Wofür stehen wir?“ Das seien im Wesentlichen drei Punkte: Vielfalt verstehe man als Chance; Schulentwicklung als einen demokratischen Prozess; und geführt werde die Schule nicht von Einzelnen, sondern von Teams. „Stark im Team“, so Göcke. „Diese Grundgedanken bestimmen unsere Arbeit auf allen Ebenen und werden durch das geplante offene Raumkonzept unterstützt.“ Mit der Namensgebung wird es also noch ein Weilchen dauern.

Gut eingelebt hat sich im ersten Jahr auch Schulhund Timmy. Er wird von Lehrerin Gesa Rottmann betreut. Der Golden Doodle ist eine Kreuzung aus Golden Retriever und Pudel.

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