Drogenhändler sollen für Jahre in Haft
Bild: Bojak
Vor der zweiten Großen Strafkammer am Landgericht Bielefeld müssen sich vier Männer aus Gütersloh wegen bandenmäßigen Drogenhandels verantworten.
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Die Männer sollen – wie berichtet – in der Gaststätte Zur Krone und im Café Treffpunkt Drogen verkauft haben. Dem vierten Angeklagten, einem 33-jährigen Gütersloher, wird die Beschaffung und der Handel mit Betäubungsmitteln sowie das Lagern in Bunkerwohnungen und Waffenbesitz vorgeworfen. Ihm droht die längste Haftstrafe.

Drogen hoch dosiert

Einfluss auf die Höhe der Strafe habe das Maß der Involvierung in den Fall und Vorstrafen, erläuterte Klattenberg. Mit dem Verkauf der Drogen erzielten die vier Angeklagten insgesamt einen Gewinn in Höhe von 158 000 Euro. 80 Prozent der Verkäufe seien in größeren Mengen erfolgt, 20 Prozent über den Straßenhandel. Die Drogen seien oft hoch dosiert gewesen. Bei drei Angeklagten ist laut Klattenberg von einer Bande auszugehen. Bezug und Handel seien eingespielt organisiert gewesen sowie regelmäßig und über mehrere Monate abgelaufen. Am geringsten fällt das vom Staatsanwalt geforderte Strafmaß für ein 38-jähriges Bandenmitglied aus, das wegen Beihilfe angeklagt ist. Klattenberg erachtet eine Bewährungsstrafe unter gewissen Vorlagen von drei Jahren als möglich.

Gaststätte nur Tarnung für Drogengeschäfte

Ein 39-Jähriger orderte Betäubungsmittel und verkaufte sie über die Gaststätte Zur Krone. Die Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Carsten Wahlmann geht davon aus, dass sie lediglich als Tarnung für das illegale Handeln diente. Für die Lagerung, Proportionierung und den Kontakt mit drei weiteren Bunkerhaltern sei vor allem ein 43-Jähriger verantwortlich gewesen, der als Thekenkraft in der „Krone“ gearbeitet habe.

Polizeibeamter sagt aus

Beim dritten Prozesstag sagte auch ein Polizeibeamter als Zeuge aus. Er erklärte, die Angeklagten seien über einen längeren Zeitraum observiert worden. Telefone seien abgehört und Autos mit einem GPS-Signal ausgestattet worden. So konnten die Ermittler die Wege der mutmaßlichen Drogenhändler verfolgen.

Verteidiger plädieren auf mildere Strafen

Die Verteidiger plädierten auf mildere Strafen. Ihre Mandanten hätten zu einem frühen Zeitpunkt des Prozesses gestanden und zeigten Verantwortung. Zudem forderten die Anwälte eine Aussetzung des Haftbefehls. Es sei nicht zu befürchten, dass ihre Mandanten Fluchtversuche unternähmen. Die Verteidiger plädierten zudem für einen offenen Vollzug. Das Urteil wird voraussichtlich am Montag, 10. Februar, um 12 Uhr im Landgericht verkündet.

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