Drogenhändler zu Haftstrafen verurteilt
Der Prozess am Bielefelder Landgericht endete mit Haftstrafen.

So urteilte die erste Große Strafkammer am Landgericht Bielefeld.

Eine recht kurze, aber heftige Episode nannte der Vorsitzende Richter der Strafkammer den schwunghaften Drogenhandel der Angeklagten. Sie hatten von Dezember 2015 bis Februar 2016 mit insgesamt drei Kilogramm Heroin und 200 Gramm Kokain gedealt. Weil sie beim Verkauf zum Teil Messer und einen Teleskopschlagstock mit sich führten, fielen die Strafen empfindlich hoch aus.

Der 25-Jährige sei nicht der Initiator und habe frühzeitig Aufklärungshilfe geleistet, indem er Abnehmer der harten Drogen nannte, heißt es in der Urteilsbegründung zu dem Umstand, dass seine Strafe geringer ausgefallen sei als die des 26-Jährigen. Der Mann aus Oelde verdiene eine Chance, weil er es zudem geschafft habe, aus einem Leiharbeiterjob in eine Ausbildung übernommen zu werden – mit Aussicht auf eine Festanstellung. Wegen seines Geständnisses und seiner Mithilfe bei den Ermittlungen hob das Gericht am Ende des zweitägigen Prozesses auch den Haftbefehl gegen den 25-jährigen Angeklagten auf.

Auch der Gütersloher kann aus der Untersuchungshaft entlassen werden, wenn seine Familie 10 000 Euro beim Gericht als Sicherheit hinterlegt. Auch ihm glaubten die Richter, als er betonte, er bereue die Dealer-Episode. Aber die Kammer bezweifelte doch, dass der Angeklagte im Prozess wirklich alle Karten auf den Tisch gelegt hatte. Ihn machten die Richter auch für die professionelle Organisation der Beschaffungsfahrten mit zwei Autos nach Rotterdam verantwortlich. Er hatte spezielle Mobiltelefone organisiert und nahm seinen kräftigeren Freund als Personenschützer auf. Dafür erhielt der 15 Prozent aus den Verkäufen.

Für ein professionelles Vorgehen des Angeklagten sprach nach Auffassung der Richter auch, dass er den Drogenbunker im Hauskeller seiner Mutter anlegte. Von dem hochwertigen Heroin fand die Polizei nach der Festnahme noch 250 Gramm. Da der Gütersloher bislang nicht vorbestraft ist, gestanden hatte und seine Taten bereut, ließ das Gericht auch ihm eine Chance.

Trotz der hohen Freiheitsstrafe meinten die Richter, dass Auflagen ausreichten, den 26-Jährigen von der Flucht abzuhalten. Nach seiner Entlassung aus der U-Haft muss er seinen Reisepass abgeben und sich drei Mal wöchentlich bei der Polizei melden – bis zum Haftantritt. Das Datum dafür steht noch nicht fest.

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