ESG: Sporthalle vorsichtshalber gesperrt
Bild: Dinkels
„Aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres gesperrt“ steht auf Aushängen an der Eingangstür zur alten Sporthalle des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums. Nicht nur der Schulsport, auch die Tischtennisspieler müssen deswegen ausweichen.
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In einer Sporthalle der Gräfin-Imma-Schule in Bochum waren im Juli währen der Sommerferien Deckenteile heruntergefallen. Daraufhin hatte die Ruhrgebietsstadt insgesamt 34 Turnhallen aus den 70er- und 80er-Jahren mit einer ähnlichen Deckenkonstruktion vorsichtshalber gesperrt. Das ESG hat dort auch evangelische Geschwisterschulen. Das NRW-Bauministerium ordnete eine Überprüfung aller Hallendecken in NRW an.

„Unsere Sporthalle ist genauso gebaut“, sagt Rachner. Die Halle stammt auch aus den 70er-Jahren. Die Deckenkonstruktion sei ähnlich vernagelt wie in Bochum. Das Problem hier wie dort: Die Nägel waren nicht diagonal, sondern senkrecht eingeschlagen worden. Die Unterkonstruktion habe sich schon leicht abgesenkt. Am Dienstag dieser Woche habe sich ein Statiker die Halle angeschaut und einen Lösungsvorschlag gemacht, berichtet Rachner. Mit einer Schwanenhalskamera wurde seitlich in die Deckenkonstruktion geguckt. Die Deckenplatten sollen demnach neu verschraubt werden. Bis das geschehen sei, bleibe die Halle gesperrt.

Das kann dauern. „Es ist zurzeit schwierig, Handwerker zu bekommen“, sagt der Oberstudiendirektor. „Wir hoffen, dass das nach den Herbstferien fertig ist.“ Der Schulleiter hat nicht nur die Halle sperren, sondern auch gleich die Schlösser auswechseln lassen, damit wirklich „keiner die Halle betreten kann“. Die Deckenplatten seien bis zu drei Meter lang. „Das ist nicht ungefährlich“, so Rachner. Im Umkehrschluss muss der Schulleiter also froh sein, dass bisher nichts passiert ist.

Die Sporthalle wird für den Schulsport und von Vereinen genutzt. „Wir werden nicht so viel Unterrichtsausfall haben“, so Rachner. In der neueren Halle an der Herzebrocker Straße stünden zwei Flächen zur Verfügung, und bei guten Wetter könne das Freigelände genutzt werden. Lediglich sechs bis acht Stunden Sportunterricht müssten ausfallen. Die Vereinssportler, etwa die Tischtennisspieler des GTV, müssen ausweichen.

Damit wird das Hallenangebot in Gütersloh vorübergehend zusätzlich verknappt. Die Sporthallen in Spexard und Friedrichsdorf sind auf absehbare Zeit nicht nutzbar, weil sie als Notunterkünfte für jeweils knapp 200 Flüchtlinge dienen. Beide Hallen sind jüngeren Datums und die Deckenkonstruktionen dort sind nach Angaben der Stadt sicher. Von den 31 städtischen Sporthallen haben laut Heike Schindler, Leiterin des Fachbereichs Hochbau, nur wenige Konstruktionen mit Deckenplatten. Die Platten seien verschraubt.

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