Ehemaliges Altenheim rückt in den Blickpunkt
Bild: Dinkels
Steht ungenutzt leer: das ehemalige Altenheim an der Kaiserstraße. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass die Stadt weitere Unterkünfte für Flüchtlinge bereitstellen muss.
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Zum Hintergrund: Allein im Januar sind nach Angaben von Dezernent Joachim Martensmeier 49 Flüchtlinge nach Gütersloh gekommen, mehr als doppelt so viel wie bisher und erwartet. Für Februar müsse man noch das Monatsende abwarten. Natürlich überprüfe die Stadt im Rahmen der vom Land geforderten Aufnahmeleistungen derzeit alle Immobilien, die zur Aufnahme von Flüchtlingen infrage kommen könnten, bestätigte Martensmeier der „Glocke“. Dazu zähle auch das ehemalige Altenheim.

„Wir überlegen schon, ob das Gebäude irgendwie hilfreich sein kann. Aber es ist noch keine Entscheidung über seine Nutzung getroffen worden.“ Nach der Untersuchung der Immobilie müssten zunächst die politischen Gremien darüber beraten. „Eine Entscheidung wird es wohl innerhalb der nächsten zwei Monate geben“, so Martensmeier.

Die Verwaltung hatte ursprünglich vorgeschlagen, die Liegenschaft an der Kaiserstraße europaweit auf dem Weg einer Baukonzession auszuschreiben. Auf diese Weise sollte ein Verkauf mit der Auflage verbunden werden, dass der neue Eigentümer einen Teil des Gebäudes zeitlich begrenzt für die Unterbringung von 30 bis 40 Flüchtlingen herrichtet. Die Stadt würde die Räume dann für mindestens fünf Jahre anmieten. Wie berichtet, waren das ehemalige Altenheim und das Jugendzentrum schon früher für grundsätzlich tauglich befunden worden.

Bisher hatte die Verwaltung auf dezentrale Lösungen gesetzt und auf Objekte in so exponierter Lage verzichtet. Das Gebäude steht seit 2010 leer. Als Altenheim hatte es knapp 50 Plätze. Die Entscheidung über eine künftige Nutzung war bisher hinausgezögert worden, weil nicht klar war, in welche Richtung sich das Quartier zwischen Kaiser-, Strenger-, Eickhoff- und Friedrich-Ebert-Straße entwickeln würde. Da die meisten Eigentümer an ihren Bestandsimmobilien vorerst festhalten wollen, dürfte dort so schnell nichts passieren.

Hintergrund

Laut Statistik der Bundesregierung wird für das Jahr 2015 mit insgesamt 230 000 bis 300 000 Flüchtlingen gerechnet. Sie werden nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel zunächst auf die Länder und dann in NRW nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz (FlüAG) auf die Kommunen verteilt. Danach sind im Januar in Gütersloh 49 Flüchtlinge angekommen. Wie viele es im Februar sein werden, steht noch nicht fest. Bisher waren es etwa 20 pro Monat. Für 2015 hatte die Verwaltung bisher mit 250 bis 300 Zuweisungen gerechnet.

Insgesamt leben derzeit rund 400 Flüchtlinge, die Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz bekommen, in Gütersloh. 237 von ihnen sind in städtischen Unterkünften untergebracht. Kapazitäten für weitere Aufnahmen gebe es noch an der Goethestraße, sagte Martensmeier, ohne sich auf eine genaue Platzzahl festlegen zu wollen.

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