Ehrenamtliche als Schlaganfall-Helfer aktiv
Stellten die Ergebnisse des Modellprojekts zur Schlaganfallhilfe in Gütersloh vor: Prof. Dr. Kerstin Bilda (Hochschule für Gesundheit Bochum, Mitte) sowie die Vertreter der Deutschen Schlaganfallhilfe Dr. Michael Brinkmeier (links) und Stefan Stricker.

21 Ehrenamtliche – Frauen und Männer unterschiedlichen Alters – absolvierten im Frühjahr 2014 elf durch die Hochschule für Gesundheit Bochum und die in Gütersloh ansässige Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe konzipierte Schulungstage. Sie lernten Grundlagen des Sozialrechts, medizinische Aspekte und wurden in Gesprächsführung geschult. Anschließend betreuten sie sechs Monate lang Schlaganfall-Betroffene und deren Angehörige. Ihre Hilfe erfolgte ganz praktisch bei den Patienten und zur Entlastung der Angehörigen, durch Gespräche und auch durch die Vermittlung weiterer Unterstützungsangebote.

Das Fazit ist eindeutig: Der Einsatz ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer trägt zu einer besseren Lebensqualität sowohl der Betroffenen als auch der Angehörigen bei. Letztere fühlen zwar weiterhin eine starke Belastung, lernen jedoch, besser damit umzugehen. Eigene Bedürfnisse werden wieder stärker wahrgenommen. Bei den Betroffenen sei tendenziell festzustellen, dass ihre emotionale Belastung abnehme.

 Diesen Eindruck bestätigen Wolfgang Gröbe und seine Frau Barbara. Im Februar 2014 erlitt der Bochumer einen schweren Schlaganfall. Seitdem ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Jeder Arzttermin wurde zum Problem. Schlaganfall-Helferin Regina Sielker fand eine einfache Lösung. Sie vermittelte dem Ehepaar eine Ärztin, die Hausbesuche macht, half bei Anträgen an die und Diskussionen mit der Krankenkasse. Anfangs kam die Helferin wöchentlich, mittlerweile schaut sie nur noch gelegentlich vorbei. Zwischen den drei Menschen hat sich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt und Barbara Gröbe hat sich freigeschwommen. Sie geht wieder regelmäßig in ihren Chor und nimmt eigene Interessen wahr.

Die positiven Rückmeldungen und die Ergebnisse der Begleitforschung könnten helfen, das Modell ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer in Deutschland zu verbreiten. In Nordrhein-Westfalen beabsichtigt der Landesverband der Schlaganfall-Selbsthilfe das Projekt weiterzuführen. Die Einführung der speziell geschulten Helfer erfordert finanzielle und strukturelle Voraussetzungen. Kosten entstehen vor allem durch die Schulungen. Zur Koordination des Einsatzes von Ehrenamtlichen braucht es zudem lokale oder regionale Strukturen. Diese Aufgabe könnten zum Beispiel Selbsthilfe-Organisationen oder kommunale Stellen übernehmen.

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