Ein Kissen für jedes Flüchtlingskind
Bild: Blumenstein
Täglich sitzen sie an ihren Nähmaschinen: Zu den Frauen, die für Flüchtlingskinder in Gütersloh Kissen nähen, gehören Sabina Rüther (links) aus Avenwedde und Monika Ebeling aus Clarholz. 240 Kissen haben sie und mehrere Mitstreiterinnen bereits hergestellt.
Bild: Blumenstein

Das Haus der Kunsttherapeutin ist das Hauptquartier der „Aktion Wegbegleiter – Für jedes Kind ein Kissen“. Monika Ebeling (52) sitzt an einem Ende des langen Esstischs an der Maschine und näht aus einem gelben Stoff mit Blumen einen Bezug. Am anderen Ende stapeln sich ein Dutzend fertige Kissen mit farbenfrohen Mustern – Bärchen, Papageien, kindliche Figuren. Sabina Rüther (49) legt zwei Stoffballen aufeinander und sagt: „Wir fanden das Nichtstun unerträglich.“

Bewegt vom Schicksal der Kinder und Jugendlichen, die mit ihren Familien und anderen Geflüchteten in Friedrichsdorf und Spexard in Turnhallen untergebracht sind, überlegten die Frauen, wie sie helfen könnten. Innerhalb weniger Minuten war die Idee geboren, den Kindern etwas zu schenken, das sie auf ihrem weiteren Weg begleitet und nur ihnen gehört: ein Kissen.

Noch am selben Tag wurden Sabina Rüther, ihre Schwägerin Monika Ebeling aus Clarholz, Christiane Otto und Karin Venjakob aus Avenwedde sowie Vera Otto aus Spexard aktiv. Sie hängten sich ans Telefon und riefen Firmen an mit der Bitte um Materialspenden. „Die Resonanz war toll“, sagt Sabina Rüther. Die Unternehmen Venjakob (Avenwedde), Cor (Rheda), „Stoff am Stück“ (Gütersloh) und Keskin (Brackwede) sowie Privatleute spendeten Stoffe und Füllmaterial. Und dann legten die Frauen los.

„Jeder mit dem, was er am besten kann – zuschneiden, nähen, füllen, organisieren“, erklärt Monika Ebeling. „Das klappt wie am Schnürchen. Und es macht Spaß.“ Unterstützung kommt aus verschiedenen Ecken. Ein betagter Gütersloher schenkte Kekse, Kaffee und 20 Euro für Material mit der Begründung: „Ich war auch mal ein Flüchtling, ich weiß, wie das ist.“

Andere bringen selbst genähte Kissen vorbei. Ungefähr 240 Kissen haben die fünf Frauen inzwischen genäht. Die ersten 140 haben sie am Sonntag in Absprache mit dem Roten Kreuz in den Notunterkünften in Friedrichsdorf und Spexard abgegeben, wo zurzeit rund 80 Kinder leben. „Es war schön zu sehen, wie sie und auch die Eltern sich gefreut haben“, sagt Sabina Rüther. Weil immer wieder neue Flüchtlingskinder ankommen, gehen die Frauen der „Aktion Wegbegleiter“ davon aus, dass sie in den nächsten Monaten noch zahlreiche Kissen nähen werden.

Deshalb sind sie dankbar für Spenden in Form von farbenfrohen Stoffen – besonders solchen mit kindlichen Motiven –, Nähgarn oder Geld für Materialkauf. Aktion Wegbegleiter, Sabina Rüther, Tel. 05209/6923, Christiane Otto, Tel. 0176/23302818.

SOCIAL BOOKMARKS