Ein letztes Goodbye für P.B. Smith
Musiker aus Leidenschaft: Dirigent und Komponist P. B. Smith, langjähriger Leiter des Symhonischen Blasorchesters Gütersloh ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

Geboren 1933 in London, erlernte P. B. Smith, wie er von Freunden und Wegbegleitern zeitlebens genannt wurde, schon als Fünfjähriger die Geige – seine spätere Eintrittskarte für eine professionelle Musikerkarriere beim Stabsorchester des Royal Army Ordinance Corps in Portsmouth, in das er mit 15 Jahren eintrat. Dort legte er eine Blitzkarriere als Querflötist hin. Als Solist spielte er nebenher unter anderem beim Londoner Ballet Orchestra. Er wurde Musikdirektor von „Her Majesty’s Coldstream Guards Band“, Queen Elizabeths Haus- und Hofkapelle, die im Buckingham Palast vor allen Mächtigen dieser Welt aufspielte. Nach seiner Qualifikation zum Kapellmeister leitete er die Royal Irish Hussars. 1974 verlieh ihm Elizabeth II. den Orden „Member of the British Empire“.

1976 kam P. B. Smith nach Deutschland, wo er seine außerordentliche Musikalität in vielen Bereichen weiterentwickelte. So gründete der Brite Festival- und Kurorchester unter anderem in Bad Sassendorf, arbeitete als Chorleiter, Rundfunkmusiker, Dirigent sowie als Lehrer. 1980 übernahm er den Musikzug der Gütersloher Feuerwehr, der unter seiner charismatischen Führung zum Symphonischen Blasorchester wurde.

Wichtig war P. B. Smith immer, die Blasmusik aus ihrem Bierzeltdunst heraus zu holen. Dafür arrangierte er Wagner, Mozart und Verdi neu, schrieb rund 250 Lieder, Kammermusiken, Sonaten und Tänze, immer in dem Wissen, dass ein gutes Blasorchester sein zeitgemäßes Können nicht ausreizt, indem es „nur“ Pophits und Filmmusiken spielt. Das hat Smith nicht nur in seiner Biografie „A Bandsman Remembers“ festgehalten, sondern auch in zig Konzerten immer wieder mit Begeisterung zelebriert. Auch Jahre nach dem offiziellen Ende seiner Karriere griff er daher zum Taktstock – zuletzt anlässlich der Benefizkonzerte zu seinem 80., 81. und 82. Geburtstag. Und auch nach seinem Tod wird man von P. B. Smith hören: Er hat verfügt, dass in nächster Zeit ein Orchesterkonzert mit seinen Lieblingsstücken stattfinden soll.

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