Ein schnelles Netz für den Stadtbus
Die Kirchstraße spielt gegenwärtig und in der bevorzugten künftigen Netzvariante eine zentrale Rolle. Mehrere Stadtbus-Linien und auch Regionalbusse nutzen dieses Nadelöhr.  Bild: Dinkels

Das Büro Schulten Stadt- und Raumentwicklung (Dortmund) hat das Gütersloher Netz im Auftrag der Stadt unter die Lupe genommen und nach Abstimmung mit der Verwaltung und den Stadtwerken (SWG) ein neues Konzept vorgelegt, das in den nächsten Wochen diskutiert werden soll. Es beruht unter anderem auf Fahrgastzählungen, einer Auswertung des Ticketverkaufs sowie einer Abokundenbefragung.

 Außerdem gab es Prämissen wie die Anbindung an den Schienenverkehr und von „Zwangspunkten“ wie Schulen, die Taktung (mindestens alle 30 Minuten), geringere Fahrzeiten ins Stadtzentrum und vor allem: Es darf nicht teurer werden. Denn der Busverkehr ist für die Stadtwerke ein Zuschussgeschäft.

Herausgekommen ist unter dem Titel „Das schnellere Netz“ eine Variante mit wie bisher zwölf Linien und diesen Eckpunkten: Für alle Stadtbuslinien gilt ein einheitlicher Takt. Fahrzeiten zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) werden insbesondere für die südliche und westliche Innenstadt sowie Blankenhagen-West verkürzt. Dafür gibt es mit Ausnahme des Schülerverkehrs keine direkte Verbindung von Blankenhagen-West zur Kahlertstraße.

Neue Ziele wie Porta, Senioreneinrichtungen etwa an der Lindenstraße sowie die künftigen Eingangsbereiche des Klinikums Gütersloh und des LWL-Klinikums (schon heute) sowie das Kreishaus werden eingebunden. Isselhorst wird über Avenwedde-Bahnhof angefahren. Bertelsmann erhält eine direkte Verbindung zum ZOB. Die Drücker-Siedlung wird nur noch indirekt angebunden, der Ostermannsweg mangels Nachfrage nicht mehr.

Stadtbaurat Josef E. Löhr rechnet in einer Vorlage für den Planungsausschuss am 19. Januar mit Gegenwind aus der Bevölkerung: „Es ist zu erwarten, dass die Änderung der Fahrtrouten Auswirkungen in teils langjährig geübte Gewohnheiten haben werden. Dies zeigen die Diskussionen der Vergangenheit.“ Deshalb werde es erforderlich sein, den Prozess „in geeigneter Form zu begleiten“. Zwar entzögen sich solche Planungen klassischen Beteiligungsformen, weil fachliche und wirtschaftliche Sachzwänge bestünden. Gleichwohl werde es „notwendig und richtig“ sein, die Bürger und Einrichtungen wie den Seniorenbeirat in die Entscheidungsfindung zu integrieren.

Die Dortmunder Gutachter wollen ihre Netzkonzeption im Planungsausschuss am 19. Januar detailliert erläutern. Eine abschließende Entscheidung soll erst nach erneuter Beratung in der Sitzung am 23. Februar getroffen werden.

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