Eine feste Größe seit 50 Jahren
Foto: Dünhölter
Am 1. August 1981 hat Rainer Prante (55) im Alter von 16 Jahren als Auszubildender Kaufmann im Groß- und Einzelhandel im „Gütersloher Baubedarf“ angefangen. Seit 2002 ist der Isselhorster Geschäftsführer des Unternehmens.
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Für Rainer Prante (55), seit 2002 Geschäftsführer des Unternehmens, ist das Erkennungsmerkmal des „GB“ indes nur die halbe Wahrheit. Seit nun mehr 50 Jahren bilden Beschläge für Fenster und Türen den Schwerpunkt des Fachhändlers für Eisenwaren, Werkzeuge und Maschinen. Als Ansprechpartner für Industrie-und Handwerksbetriebe und für professionelle Heimwerker sind in dem riesigen Regionallager rund 100 000 Artikel binnen kürzester Zeit abrufbar. Als Teil der Lieferkette zwischen Hersteller, Handel und Verarbeitung/Industriebetrieben gehören längst auch Service, Beratung, Online Shop, Konfigurationen, Zuschnitt, Sonderanfertigungen (zum Beispiel Fensterbänke), Anwendungstechnik sowie der Vertrieb der von namhaften Herstellern produzierten Eigenmarken zu den unverzichtbaren Säulen des Firmenportfolios. Seit 2004 werden im markanten gelben Sicherheitszentrum auch noch Produkte der Dienstleistungs- und Sicherheitstechnik rund um Einbruchsschutz oder Schließanlagen verkauft. 

Konzentration auf professionelle Handwerks- und Industriebetriebe

Das gelebte Firmencredo fasst Rainer Prante zusammen: „Wo Baumärkte mit ihren Produkten aufhören, fangen wir gerade erst an. Wir konzentrieren uns auf professionelle Handwerks- und Industriebetriebe.“ Zu 99 Prozent bilden Fenster- und Türenhersteller, Tischler, Innenausbauer, Möbelhersteller, Metallbauer, Schlossereien, Zimmereien, Bauelementehändler und Montagebetriebe den Kundenkreis. „Gleichwohl kann auch jeder Privatkunde bei uns kaufen. Das wissen die Gütersloher aber auch“, umreißt der in 40 Betriebsjahren vom Azubi im Groß-und Außenhandel in die Verantwortungsebene aufgestiegene Isselhorster. Das mehrgleisige Geschäftskonzept sei nach Einschätzung des 55-Jährigen „schon immer“ so gewesen. Das „schon immer“ bezieht sich auf die Anfänge. 

Die Historie des Gütersloher Baubedarf begann am 1. Mai 1971 durch den Zusammenschluss der auf den Handel mit Werkzeugen, Eisenwaren und Baubedarf spezialisierten Firmen Twick und Lehrke aus Gütersloh (1912 gegründet) mit Karl Bleise (1926 in Braunsberg/Ostpreußen). Rainer Prante: „Damals gab es 1000 Eisenwarenhändler in Deutschland. Heute gibt es gut 100.“ Schnell galt der „GB“ als einer der führenden Händler für Beschläge, Eisenwaren und Werkzeuge.

Integration in die Meesenburg-Gruppe

Anschließend entstanden durch Expansion in Detmold (1983), Lübbecke (1985), Rheine (1988), Göttingen (2001) sowie in Hamm (2007) weitere Filialen. Heute werden an den Standorten einschließlich des Sicherheitszentrums 273 Mitarbeiter beschäftigt, 134 davon in der Dalkestadt. „Wir sind sehr stolz und dankbar über unsere gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeiter. Auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung werden Geschäfte immer noch zwischen Menschen gemacht“, so Rainer Prante. 

1996 wurden die Weichen für die zweite Fusion in der Firmengeschichte gestellt. Im Zuge der frühzeitigen Nachfolgeregelung holten die Gesellschafter der Gründerfamilien Twick und Lehrke/Bleise den befreundeten Kollegen Martin Meesenburg aus Flensburg per Beteiligung mit in das Unternehmen und die Geschäftsführung. Nach dem Ausscheiden der Gesellschafter wurde der Gütersloher Baubedarf 2006 in die Meesenburg-Gruppe integriert. An 30 Standorten im Inland erwirtschaftete die Meesenburg Gruppe mit ihren 750 Mitarbeitern im vergangenen Jahr 270 Millionen Euro Umsatz. 

„Ansprechpartner für Handwerk und Industrie mit professionellem Anspruch“

40 der 50 Jahre Firmengeschichte hat Rainer Prante hautnah verfolgt, den Wandel des Unternehmens samt der stetig gestiegenen technischen Möglichkeiten und Innovationen im Handwerksbereich „miterlebt und mitgestaltet“. Nicht verändert hat sich in all den Jahren die grundsätzliche Ausrichtung. Wie vor 50 Jahren ist der „GB“ auch heute noch „Ansprechpartner für Handwerk und Industrie mit professionellem Anspruch“. Auch deshalb empfindet Rainer Prante die Türklinke an der Bundesstraße 61 nur als die halbe Wahrheit.

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