Elfmeter-Krimi endet im Freudentaumel
Bild: Steinecke
Maximale Emotionen auf dem Platz vor dem Gütersloher Theater. Nachdem die deutsche Mannschaft den Krimi im Elfmeterschießen für sich entschieden hatte, ließen die Zuschauer ihrer Freude freien Lauf.
Bild: Steinecke

Und rund 6500 Gütersloher Fußballfans in eine ausgelassene Jubelstimmung. Radio-Gütersloh-Moderatorin Tanina Rottmann hatte vor dem Spiel versprochen: „Wir brechen den Italien-Fluch.“ Um das zu erreichen, wurden die Besucher zunächst auf Betriebstemperatur gebracht. Das funktioniert am besten mit Guter-Laune-Musik. Titel wie „Steht auf, für den Weltmeister“ oder „Hey, das geht ab, wir holen die Meisterschaft“ eigneten sich mit hohem Mitsingfaktor prima, um das Publikum einzustimmen.

Schleppende erste Halbzeit

Dass in der ersten Halbzeit keine durchgehende Feierstimmung herrschte, lag mit Sicherheit nicht an der perfekten Organisation, für die die Firma Bertelsmann und die Stadt Gütersloh verantwortlich zeichneten. Vielmehr war das Spiel „taktisch spannend“, wie der Fernsehmoderator vorsichtig formulierte. Die Fans vor dem Theater wollten allerdings lieber nach vorn spielende Mannschaften sehen.

Zielsicheres Mädchen

Nach vorn ging es in der Halbzeitpause. Da fand vor der Leinwand das Torwandschießen für Nachwuchsfußballer statt. Und natürlich für Fußballerinnen. Nura, die 13-jährige Italienerin, zeigte den Jungen die Treffsicherheit der Mädchen. Sie schickte Agir auf den zweiten Platz und Finn als dritten Sieger nach Hause.

Hält Boateng durch?

Nura hatte an der Torwand vorgelegt, jetzt hoffte sie, dass ihre großen Vorbilder in Frankreich nachziehen. Das klappte in der regulären Spielzeit allerdings nicht. Und auch die Verlängerung des Viertelfinalspiels löste immer wieder enttäuschtes Ausatmen aus, wenn der Angriff der deutschen Nationalmannschaft erneut in der italienischen Abwehr versandete. Spannender waren da schon die Fragen: „Hält die Wade von Boateng?“ und „Warum bekommt Mats Hummels jetzt seine zweite gelbe Karte?“

Versprochener Traumausgang

Das Beste kam wie so oft zum Schluss. Ein atemberaubender Elfmeter-Krimi. Die Fans beider Nationen beteten, bissen die Zähne zusammen, fieberten mit. Als sich die italienische Mannschaft schon zum Jubeln bereitmachten, traten Manuel Neuer und Jonas Hector auf den Plan und retteten das EM-Märchen ins Halbfinale.

SOCIAL BOOKMARKS
Ihr gewähltes Video startet automatisch nach der Werbung.