Elke Heidenreich auf dem Blauen Sofa
Bild: Bertelsmann
Zu Gast in Gütersloh auf dem Blauen Sofa: Autorin Elke Heidenreich mit Mops Don Vito und Pianist Arc-Aurel Flores.
Bild: Bertelsmann

  „Volle Häuser sind gute Häuser.“ Zufrieden schaute Co-Gastgeber Thorsten Wagner, Vorsitzender des Theaterfördervereins, am Mittwoch zur Begrüßung in die Runde. Das Blaue Sofa mitten im Theater, das sei ein wunderbarer Ort, um über Kunst und Kultur zu plaudern, um Texte und Töne auf sich wirken zu lassen – vor allem, wenn sie – wie ein diesem Fall – von der bekannten Autorin, Literaturkritikerin und Librettistin Elke Heidenreich  sowie  dem nicht minder begabten Komponisten und Musiker Flores kommen. Die Moderation von „Text und Töne“ übernahm Hans Dieter Heimendahl, Programmchef beim Deutschlandradio Kultur.

Ein paar biografische Daten, dann waren Moderator Heimendahl und seine Gesprächspartner schon in medias res. Sie sei Bach-Liebhaberin und habe Robert Schumann und seine kongeniale Ehefrau Clara erst durch Marc-Aurel Flores zu schätzen gelernt, verriet Elke Heidenreich. Jetzt, wo sie das Leben dieses innerlich einsamen und stark depressiven Komponisten kenne („Ich sehe immer die Schicksale hinter den Menschen“), liebe sie ihn – und verwies auf ihr aktuelles Hörbuch „Lebensmelodien“.  Eine CD, die auch als persönliche Hommage an Clara Schumann gedacht ist und zu deren 200. Geburtstag publiziert wurde.

Besondere Lebensmelodien

Clara, so attestierte Heidenreich, sei nicht nur eine erfolgreiche Pianistin gewesen, sondern vor allem eine starke Frau, die ihre kinderreiche Familie ernährt habe, während Ehemann Robert – schon früh von Selbstzweifeln geplagt und ein starker Trinker -, sich im Alter von 46 Jahren das Leben genommen habe. Stirnrunzelnd zitierte die Autorin den Dirigenten Hans von Bülow und einen Zeitgeist, der behauptete, dass „eine Frau nicht schöpferisch tätig sein kann“. Eine Ansicht „die sich nur langsam, erstaunlich langsam ändert“, attestierte Heidenreich.

Während sie las und plauderte, ergänzte Pianist Flores das Programm mit Passagen aus Schumanns „Rheinischer Sinfonie“, einem Menuett von Beethoven und weiteren kurzen Stücken, die zu den Texten – darunter ein Brief, den Heidenreich an Beethoven geschrieben hat – passten.

 Sie und Flores waren als kongeniales Paar an diesem Abend nicht zu bremsen. Sehr zur Freude der Zuhörer. Themen waren nicht nur ihre Liebe zur Welt der Oper und moderne Inszenierungen, Heidenreich verriet auch, wie sie ihren Freund kennengelernt hat und dass sie ein Mathematik-Muffel ist. So ist das eben, wenn man ins Plaudern kommt.

Nach einem gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Weinlied, präsentierte Flores dann noch in einer Mischung von Musikgeschichte und Comedy, wie sich das Lied „Kommt ein Vogel geflogen“ im Lauf von 400 Jahren verändert hat und wie Komponisten das Thema auf ihre Art unterschiedlich interpretierten. „Wir haben heute viel gelernt und viel gelacht“, so das Fazit von Moderator Heimendahl. Und auch für Thorsten Wagner war es ein großartiger Abend. „Es gibt solche und solche“, erklärte er launig. Als Flores dann noch als Zugabe Humperdincks „Abendsegen“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ zelebrierte, wollte der Beifall kein Ende nehmen.

SOCIAL BOOKMARKS