Elmendorfer Fass abgebaut und gelagert
Bild: Steinecke
1902 gefertigt: Friedrich-Wilhelm Helling und Detlef Büttner trugen am Samstag die erste Daube des Elmendorfer Fasses heraus. Alle Teile wurden nummeriert, damit sie wieder zusammengesetzt werden können.
Bild: Steinecke

Seit 7 Uhr waren die Männer bereits am Werk. Nach der Pause mit belegten Brötchen und Kaffee war es dann so weit. Stolz trugen Friedrich-Wilhelm Helling und Detlef Büttner die erste Daube des Fasses nach draußen. In das Kopfende des obersten Holzes, in dem sich auch das Spundloch zum Befüllen befindet, ist die Jahreszahl 1902 geschnitzt. In dem Jahr wurde es mit seinen 20 000 Litern Fassungsvermögen auf der Gewerbe- und Industrieausstellung in Düsseldorf als das damals größte Kornfass der Welt präsentiert.

Bevor es an das Zerlegen der Holzteile ging, mussten die Dauben zunächst einmal durchnummeriert werden. Das ist nötig, damit der Zusammenbau später nicht zu einem Puzzle-Spiel gerät. Denn jedes der Hölzer passt jeweils nur an eine bestimmte Stelle. Um die Hölzer herausnehmen zu können, war es nötig, die 14 Eisenringe, die das Fass zusammenhalten, zu demontieren. „Eine Mordsarbeit“, sagte Rolf Ortmeyer, der in den Räumlichkeiten neben seiner Gaststätte „Zur Linde“ dem Fass eine neue Heimat gibt.

Die ehemalige Werkstatt wurde bis Mitte der 1970er-Jahre vom Autohaus Bresch genutzt. Bevor das Fass wieder aufgebaut wird, muss der Raum erst noch hergerichtet werden. „Das muss Hand und Fuß haben“, so Ortmeyer. So muss unter anderem die Statik neu berechnet werden. Zum Kirchplatz hin soll ein Fenster eingebaut werden, damit das Fass auch von außen betrachtet werden kann. Der Gastwirt rechnet damit, dass das Isselhorster Schmuckstück in einem halben Jahr der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

Nach dem Abbau des Fasses ist der Weg frei für den Brillenproduzenten Markus Temming, der das denkmalgeschützte Elmendorf-Gelände erworben hat und Mitte Oktober mit der Renovierung und dem Umbau beginnen will. Im vorderen Teil soll seine Brillenproduktion untergebracht werden. Auf dem hinteren Teil des Geländes befindet sich die erste Brennerei. Dort sollen Temmings private Räumlichkeiten entstehen. Drei weitere Gebäude, die später errichtet wurden und nicht zur ursprünglichen Bausubstanz gehören, sind laut Ortmeyer aus dem Denkmalschutz herausgenommen worden und sollen abgerissen werden. Dafür sind Boarding-Häuser geplant, in denen Langzeitgäste, etwa Mitarbeiter von Firmen, übernachten können.

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