Eltern fordern Schulmensen ein
Bild: Steinecke
An der Notwendigkeit der Baumaßnahmen etwa an der Grundschule Pavenstädt besteht kein Zweifel. Der schon länger versprochene Neubau einer Mensa hat viele Fürsprecher.
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 „Wir sind durch die Entscheidung unserer Stadtverwaltung, an der Grundschule Pavenstädt den dringend benötigten Mensa-Anbau nicht zu finanzieren, hart getroffen worden“, erklären die Vorsitzenden der Schulpflegschaft, Sandra Dönnecke und Katrin Fuchs (Stellvertreterin), in einer E-Mail. „Wir möchten mit den Kindern gemeinsam Stellung beziehen, Gesicht zeigen und verdeutlichen, wie eng es bei uns ist.“ Knapp 300 Schüler, Eltern und Angehörige seien informiert, „um uns bei unserer Demonstration zu unterstützen“.

Anschließend geht es an der Grundschule Neißeweg weiter. „Wir wollen einige Kinder draußen essen lassen und eine Menschenkette auf dem Teil des Schulgeländes bilden, auf dem der bereits geplante Anbau entstehen sollte“, erklärt die Schulpflegschaftsvorsitzende Antje Freitag. Zum Abschluss sollen Luftballons mit Wünschen der Kinder in den Himmel steigen – und womöglich bei der Stadtverwaltung ankommen. Eingeladen sind die Medien, der Vorstand der Stadtschulpflegschaft und Vertreter der Fraktionen.

„Wir sind mehr als enttäuscht und hoffen, dass es zu einer nachträglichen Änderung der Haushaltsplanung kommt“, schreibt Antje Freitag: „Die Basis für eine gute und chancengleiche Bildung wird in der Grundschule gelegt und beginnt nicht erst in den weiterführenden Schulen.“

In Pavenstädt sollte der Mensa-Neubau in diesem Jahr erfolgen, am Neißeweg ohnehin erst später. Jeweils 160 000 Euro waren vorgesehen. Fördermittel für Pavenstädt sollten aus dem EU-Programm „urban innovative action“ akquiriert werden. Die Stadt hat allerdings eine Absage erhalten und den Neubau aus dem Haushalt genommen. Mit Verweis auf den am Abend im Umweltausschuss beschlossenen Umbau des Büskerplatzes erklären Sandra Dönnecke und Katrin Fuchs: „Wir von der Elternpflegschaft finden dies eine völlig falsche Prioritätensetzung.“

Im Immobilienausschuss (16. Februar) wollen SPD und BfGT beantragen, die Mittel für Pavenstädt im Haushaltsjahr 2017 einzustellen. Die SPD will auch den Bau am Neißeweg forcieren. In einer Anfrage an den Bildungsausschuss (21. Februar) möchte die CDU wissen, wie sich die weitere Entwicklung des Wohngebiets „Auf dem Stempel“ und die bestehende Situation auf den Raumbedarf auswirkt. „Genauso sehen wir räumliche Not in den Bereichen Offener Ganztag und Mensa der Grundschule Neißeweg“, erklärt Monika Paskarbies: „Mit der Verwaltung und dem Bildungsausschuss sind wir der Überzeugung, dass dort Abhilfe geschaffen werden muss.“

Verwaltung erarbeitet Alternativen

In der Grundschule Pavenstädt haben sich Bürgermeister Henning Schulz (CDU), Stadtbaurätin Nina Herrling, Bildungsdezernent Joachim Martensmeier und Roland Thiesbrummel, Leiter des Fachbereichs Jugend und Bildung, am Montag ein Bild von der räumlichen Situation gemacht. Im Gespräch mit der Schulleitung wurden nach Auskunft von Sprecherin Susanne Zimmermann bauliche Alternativen erörtert, die dazu beitragen könnten, die Situation während der Essenszeiten im offenen Ganztag zu kurzfristig entspannen.

„Die Verwaltung wird nun kurzfristig Vorschläge für eine Übergangslösung für die Mittagsbetreuung im offenen Ganztag erarbeiten und sie den politischen Fachausschüssen zur Abstimmung vorstellen“, so Zimmermann. Angesprochen worden sei auch die Möglichkeit, durch die Einrichtung eines Ganztags-Zugs eine Rhythmisierung der Essenszeiten zu erreichen. Darüber hinaus schlägt die Verwaltung weiterhin vor, in die Frage der weiteren baulichen Entwicklung den kompletten Standort der Grundschule vor dem Hintergrund des geplanten Wohnungsbaus in diesem Bereich einzubeziehen.

Bei der Grundschule Neißeweg sollen bauliche Maßnahmen in Verbindung mit der Entwicklung des gesamten Schulstandorts Nord koordiniert werden, teilte die Sprecherin auf Nachfrage der „Glocke“ mit. Stichwort: dritte Gesamtschule.

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