Eltern stimmen über Kapellenschule ab
Bald auch Gemeinschaftsschule? Die Eltern der Kapellenschule am Dr.-Thomas-Plaßmann-Weg stimmen Ende Februar ab.  Bild: jed

Mehr als ein Drittel der Eltern hat sich dafür ausgesprochen, das Verfahren zur Bestimmung der Schulart in Gang zu setzen. Darüber informierte Roland Thiesbrummel, Leiter des Fachbereichs Schule, den Bildungsausschuss. Damit ist der Schritt zwingend und das Ergebnis der Abstimmung nach dem Schulgesetz des Landes NRW bindend.

Die Diskussion über eine Umwandlung hatte im vorigen Jahr begonnen, weil sich die Elternvertretung nicht damit abfinden wollte, dass die Leitungsstelle nicht besetzt werden kann. Die kommissarische Leiterin Jutta Hermann (50) kann die Stelle nicht übernehmen, weil sie evangelisch ist. Bei einer Gemeinschaftsschule wäre das möglich.

Seit dem Ausscheiden der früheren Leiterin im Sommer 2010 aus gesundheitlichen Gründen wird ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht. Vier Ausschreibungen brachten kein Ergebnis. Seit Juli 2010 ist Jutta Hermann, Konrektorin der Grundschule Isselhorst, nach Avenwedde abgeordnet. Zwischenzeitlich ging auch dort die Konrektorin der Kapellenschule in Elternzeit.

Zum Stichtag 10. Januar wurden 251 Kinder an der Schule unterrichtet. 111 Eltern beantragten demnach, das Verfahren in Gang zu setzen. Einige Anträge bedürfen aus formalen Gründen der Nachbesserung, weil nur ein Elternteil unterschrieben hat, aber das notwendige Quorum von 20 Prozent dürfte laut Thiesbrummel auf jeden Fall erreicht werden. Noch bis Ende des Monats haben die Eltern Zeit, einen Antrag zu stellen.

Die Abstimmung in der Schule soll voraussichtlich zwischen dem 27. und dem 29. Februar, die Auszählung am 29. erfolgen. Für eine Umwandlung ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit (168 Stimmen) erforderlich. Um die Eltern noch einmal zu informieren, lädt die Stadt für Mittwoch, 8. Februar, zu einer Versammlung in die Aula der Grundschule ein.

Laut einem Brief von Thiesbrummel und Schulrätin Christel Dahlhoff-Hilbert soll Konrektorin Sandra Wöhrmann Mitte Mai aus der Elternzeit zurückkommen. Weiter heißt es im Brief, alle Lehrer hätten erklärt, sie würden auch bei einem Wegfall der Konfessionsgebundenheit weiter an der Schule unterrichten wollen.

Die Kapellenschule ist außer der Josefschule in Spexard und der Overbergschule an der Neuenkirchener Straße eine von drei Bekenntnisschulen in Gütersloh. Eine Umwandlung hätte zur Folge, dass die katholische Ausrichtung entfiele und auch evangelischer Religionsunterricht angeboten würde. Die Konfession der Leitungskräfte würde keine Rolle mehr spielen, sondern nur noch ihre Qualifikation.

Das Verfahren zur Bestimmung der Schulart läuft nach Paragraf 27 des Schulgesetzes NRW. Es muss von den Eltern eines Fünftels der Schüler beantragt werden (Stichtag ist 10. Januar), und anschließend müssen sich zwei Drittel der Eltern (66 Prozent) für eine Umwandlung entscheiden, damit dies tatsächlich geschieht.

Im Kreis sind in Kaunitz und in Rietberg nach solchen Verfahren katholische in Gemeinschaftsschulen umgewandelt worden. Auch an der Overbergschule gab es Bestrebungen. Stattdessen wurde nebenan die Astrid-Lindgren-Schule gebaut, die 2013 schon wieder ausläuft. Die Kapellenschule wird seit drei Jahren zweizügig geführt. Die Schülerzahl ist im Vergleich zum Vorjahr um gut 30 auf 251 zurückgegangen.

SOCIAL BOOKMARKS