Endoskopie-Geräte im Hospital gestohlen
Endoskopie-Geräte, wie sie hier gereinigt werden, wurden im St.-Elisabeth-Hospital gestohlen.

Die Endoskopie des Hospitals befindet sich im ersten Obergeschoss des benachbarten Carrées und ist über Flure auch am Wochenende zugänglich. Als am Sonntag ein Notfallpatient untersucht werden sollte, fiel der Diebstahl auf. Verschwunden sind 15 Einzelteile, darunter Endoskope, Prozessoren und Lichtleiter. Den Schaden beziffert Heinz Wesseler, kaufmännischer Leiter des Krankenhauses, im Gespräch mit der „Glocke“ auf einen sechsstelligen Betrag.

Wann und woher die Diebe kamen, ist völlig ungeklärt. Sie müssten schon eine hohe kriminelle Energie haben und bandenmäßig organisiert sein, sagte Wesseler. Offenbar gebe es einen speziellen Markt für solche medizinischen Geräte. Die Diebe hielten speziell danach Ausschau, obwohl sie nummeriert und katalogisiert seien. Das mache den Kriminellen aber offenbar nichts aus.

Bundesweit wurden nach Angaben des Krankenhausversicherers Ecclesia seit 2014 mehr als 50 Krankenhäuser bestohlen, der Schaden geht Richtung zwölf Millionen Euro. Die meisten Geräte wurden aus Kliniken in Nordrhein-Westfalen entwendet.

Laut Wesseler konnten die Untersuchungen am Hospital auch nach dem Diebstahl fortgesetzt werden. Man habe sich mit Leihgeräten der Hersteller und mit Ersatzgeräten vom Hospitalstandort in Oelde beholfen. Nur ein Patient habe in einem anderen Haus versorgt werden müssen. Am Montag sei die Endoskopie wieder voll funktionsfähig gewesen.

Dort werden – vereinfacht ausgedrückt – innere Organe wie Magen und Darm mittels Schläuchen mit Hochleistungslinsen und kleinen Greifwerkzeugen untersucht. Die Schläuche sind bis zu zwei Meter lang.

Für den Transport brauche man „keinen großen Kasten“, sagte Wesseler. Ein Koffer oder eine Reisetasche reiche.

Auch für Polizeisprecher Karl-Heinz Stehrenberg ist der Diebstahl ein Novum: „In dieser Größenordnung hatten wir das noch nicht.“ Die Polizei ermittle. Eine Sonderkommission habe man aber nicht eingerichtet.

Für den Schaden am Hospital kommt eine Versicherung auf. Neue Geräte sollen schnellstmöglich besorgt werden. Mit Blick auf die Sicherheit sagte der kaufmännische Leiter: „Wir werden zusammen mit der Versicherung eine Analyse machen.“ Dann werde man sehen, was unternommen werden soll, um solche Diebstähle künftig zu verhindern.

SOCIAL BOOKMARKS