Englisch wird zu zweiter Amtssprache
Bild: Hoheisel
Achtung, internationale Kontrolle: Die britischen Militärpolizisten David Edwards (l.) und Jamie Strickland schauen Anton Hiesel am Messgerät über die Schulter.
Bild: Hoheisel

Die Kontrollstation an der Marienfelder Straße, gegenüber der britischen Kaserne, ist beim 24-stündigen Blitz-Marathon die einzige in der Stadt, bei der Gütersloher Polizisten Unterstützung von britischen Kollegen erhalten. „Für uns ist diese Zusammenarbeit sehr fruchtbar“, erklärt Hauptkommissar Ralf Großelanghorst. „Vor allem bei englischen Fahrern genießen die Kollegen größeren Respekt.“ Jamie Strickland ist 34 Jahre alt, stammt ursprünglich aus London und ist bereits seit 1995 in Deutschland stationiert. Er spricht fast perfekt Deutsch, nur sein Akzent erinnert an seine Herkunft. David Edwards ist sechs Jahre jünger, lebt und arbeitet erst seit 2010 in Deutschland. Er hat seine Wurzeln in Durham, einer Stadt im Nordosten der Insel. Er versteht nur Englisch. Für die Arbeit der beiden Militärpolizisten beim Blitz-Marathon reicht das völlig aus.

Viele britische Fahrzeuge unterwegs

Es sind genügend Fahrzeuge mit Nummernschildern unterwegs, die vorne einen weißen und am Heck einen gelben Hintergrund sowie das Lenkrad auf der rechten Seite haben. So wie der junge Soldat, der seine Zulassungspapiere angeblich auf seiner Stube in der Kaserne an der Verler Straße vergessen hat. „Wir haben es zweimal überprüft und keine Zulassung von ihm gefunden“, sagt Jamie Strickland. Wenig später trifft ein Bulli der britischen Militärpolizei ein, der den jungen Mann abholt, um den Sachverhalt in der Kaserne zu klären. „Kann ja sein, dass es sich um einen Fehler in unserem System handelt. Das wäre ja unfair“, erklärt Strickland lächelnd.

Bei schweren Vergehen drohen Disziplinarmaßnahmen

Die geblitzten britischen Fahrzeuge erwartet ein ganz normales Bußgeld. Nur bei besonders schwerwiegenden Vergehen drohen weitere interne Disziplinarmaßnahmen von der englischen Militärpolizei. Zum Beispiel ein langfristiges Fahrverbot. In der Zeit von 9 bis 10.15 Uhr erwischt die Polizei während des Blitz-Marathons an der Marienfelder Straße fünf Autos – drei deutsche, zwei britische. Interessante Randnotiz dieser Statistik: Am schnellsten unterwegs war ein Fahrer aus Deutschland. Er hatte 71 Stundenkilometer auf dem Tacho. Das waren 21 zu viel.

SOCIAL BOOKMARKS