Erhalt der Parseval-Siedlung gefordert
Bild: Grund
Mitglieder und Unterstützer der Bürgerinitiative „Schutzgut Mensch“ zeigen dem geplanten Abriss der Parseval-Siedlung die rote Karte und kämpfen zugleich für den Erhalt wertvollen Wohnraums.
Bild: Grund

Auch der Bürgerverein Blankenhagen und die Bürger für Gütersloh (BfGT), vertreten durch den Vorsitzenden Nobby Morkes, unterstützen die Schutzgut-Mensch-Aktivisten in ihren Bemühungen, den für Ende 2020 geplanten Abriss der 34 Gebäude, in denen 54 Familien leben, zugunsten eines Gewerbegebiets zu verhindern. „Wie rechtfertigt die Politik so ein Vorhaben in Zeiten von Wohnungsmangel?“, fragte Bärbel Tophinke von der 80 Mitglieder starken Bürgerinitiative. Mit dem auf einen landwirtschaftlichen Anhänger befestigten Banner „Trotz Wohnungsnot – Abriss von Wohnbestand“ wolle man zum Umdenken in der Politik animieren. Statt abzureißen, könne man die Häuser modernisieren und hätte mit wenig Aufwand bezahlbaren Wohnraum für viele Familien, so Tophinke.

Die Aktivisten schlagen für eine Quartiersentwicklung auf dem ehemaligen Militärflugplatz außer Industrie auch die Ansiedlung von Büros, Dienstleistern, Gewerbe, einem Museum, sozialer Infrastruktur und Nationalem Naturerbe (NNE) vor. In der Parseval-Siedlung könne alternativ ein Drittel der Wohnungen kostendeckend Mietern zur Verfügung gestellt, ein Drittel als Kleinstwohnungen mit Mietobergrenze und ein Drittel zum gewinnbringenden Verkauf bereit gestellt werden. Durch die Banneraktion hofft man, mit politischen Vertretern ins Gespräch zu kommen.

Nobby Morkes sagte, dass ein vor zwei Monaten von der BfGT gestellter Antrag zum Erhalt der Parseval-Siedlung von der politischen Mehrheit abgelehnt worden sei. Dabei gebe es im Bereich Gütersloh mehr als 2100 Personen, die Bedarf auf Wohnraum angemeldet hätten.

SOCIAL BOOKMARKS