Ermittler wollen den Druck erhöhen
Bild: Dinkels
Befragten Passanten vor dem Rewe-Markt an der Berliner Straße: Polizeioberkommissarin Alexandra Wehmöller und Polizeikommissaranwärter Mustafa Solmaz.
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Gut 30 Beamte verteilten an die 2000 Flugblätter im Umfeld des Elektrofachmarkts und auch am Rewe-Markt an der Berliner Straße. Das Kind war in einer Plastiktüte der Supermarktkette gefunden worden. Weitere 3000 Flugblätter sollten in einem Umkreis von bis zu zwei Kilometern an die Haushalte gestreut werden. Außerdem sprachen die Polizisten Passanten an, um sie auf die Suche aufmerksam zu machen.

„Wir wollen den Druck erhöhen“, sagte Kriminalhauptkommissar Jürgen Kollien, Leiter der achtköpfigen Ermittlungskommission Meinhard, am Montag vor der Presse. Die Resonanz sei bisher eher gering gewesen. Die Ermittlungskommission ist nicht nach dem Kind, sondern nach dem Namenstag Meinhard am Fundtag benannt.

„Wir gehen davon aus, dass die Mutter aus Gütersloh kommt.“ Das sei auch die Einschätzung von Fallanalytikern des Landeskriminalamts, die vorige Woche einschaltet worden waren. Die Geburt sei „in räumlicher und zeitlicher Nähe zum Ablageort“ erfolgt, so Kollien – zumindest aber am selben Tag. Der Säugling war gegen 19 Uhr gefunden worden. Nur kurze Zeit habe er am Rand des Parkplatzes gelegen. Bei 19 bis 21 Grad Lufttemperatur sei er leicht unterkühlt gewesen, so Kollien. Denkbar sei, dass der Wohnort ein anderer als der Ort der Geburt sei.

Die Polizei wolle die Suche nicht zu eng fassen, um möglichst viele Hinweise zu bekommen. Die Flugblattaktion richtet sich in erster Linie „an das soziale Umfeld der Mutter mit der Aufforderung, sich mit uns in Verbindung zu setzen“, erläuterte der Kriminalhauptkommissar. Es habe sich sicherlich nicht um eine professionelle Entbindung gehandelt. Insofern sei die Suche auch von der Sorge um die Gesundheit der Mutter getrieben.

Gefragt wird auf dem Flugblatt nicht nur nach einer schwangeren Frau, sondern nach einer Frau oder einem Mädchen, bei der oder dem eine auffällige Gewichtszunahme und Abnahme erfolgt sei, eine Veränderung des Kleidungsstils oder im Sport-, Freizeit- und Sozialverhalten. Es könne auch eine Frau sein, die eine Schwangerschaft verneint und gesundheitliche Gründe und Medikamente für sichtbare Veränderungen angegeben habe. „Eine Schwangerschaft wird oft verheimlicht“, sagte Kollien. Es könne sich auch um eine Frau handeln, die schon Kinder habe.

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