Erste Brennstoffzelle im Testbetrieb
Bild: Dinkels
Aktuelle Daten stets im Blick: Die Brennstoffzelle von der Größe einer Kühl-Gefrierkombination steht im Keller von Heinrich Flicker.
Bild: Dinkels

Es ist kein Zufall, dass die innovative Technik gerade in diesem unscheinbaren Gebäude aus den 50er-Jahren installiert wurde. Es gehört der Stadt, die es für ein Pilotprojekt zur Verfügung gestellt hat. Die Brennstoffzelle soll dort bis zur Marktreife getestet werden. Kaufen kann man die Anlage noch nicht.

Zu den Projektpartnern gehören außerdem die Stadtwerke, der Großhändler Karl Brand, die Kreishandwerkerschaft sowie die Sparkasse und die Volksbank. Nach einem Jahr Vorlauf ist die Heizung im Oktober in Betrieb genommen worden. Zuvor hatte dort ein 20 Jahre alter Gaskessel gestanden.

„Wir unterstützen damit den Klimaschutz in der Stadt. Die Energiewende wird nicht nur in der Produktion stattfinden, sondern auch in den Haushalten“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Libuda am Donnerstag nach einem Ortstermin. Die Partner würden damit eine Technik anschieben, die eine große Zukunft habe.

Die Brennstoffzelle wird mit Erdgas betrieben und kann ein Einfamilienhaus vollständig mit Strom und Wärme versorgen. Sie hat in etwa die Größe einer Kühl-Gefrierkombination und ist an der Schulstraße zusammen mit einem Warmwasserspeicher eingebaut worden. Das Erdgas wird in der Anlage nicht verbrannt, sondern elektrochemisch umgewandelt. Die Wärme wird dabei gleichsam als Abfallprodukt in einem Speicher gesammelt.

Das Gerät des Hamburger Herstellers Baxi Innotech soll einen Gesamtwirkungsgrad von 96 Prozent haben. Mit der Brennstoffzellen-Technik können laut Hersteller gegenüber herkömmlichen Anlagen 50 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen eingespart werden. Konkret hängt das vom Jahresverbrauch sowie vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Die computergesteuerte Pilotanlage wird via Telefonleitung aus Hamburg überwacht. Zur Ergänzung ist ein Brennwertgerät vorhanden, das bei Bedarf hinzugeschaltet wird.

Zu den Projektkosten schweigen die Partner. Auch einen Marktpreis gibt es noch nicht, er soll jedoch einmal bei rund 20 000 Euro liegen. „Wir wollen alle lernen“, sagte Libuda. Das gilt auch für die Kreishandwerkerschaft. Je komplizierter die Technik werde, desto schwieriger werde es auch, im Handwerk qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Das Testgerät kann zu Schulungszwecken verwendet werden.

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