Es bleibt dabei: Chirurgen ziehen um
Bild: Dinkels
Im Klinikum Gütersloh werden Chefarzt Dr. Eugen Klein und sein Team ab Juli tätig sein.
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Zu dieser Klarstellung sah sich Geschäftsführerin Maud Beste am Montag im Rahmen einer Vortragsveranstaltung in Rheda noch einmal veranlasst, weil viele Patienten verunsichert gewesen seien, sagte Beste der „Glocke“. „Die Schließung zum 30. Juni steht. Ein Teil der plastischen Chirurgie ist schon in Gütersloh, der Rest folgt zum 30. Juni.“

 Zurzeit sind laut Geschäftsführerin noch rund 40 Mitarbeiter in Rheda eingesetzt, außer dem Pflegepersonal auch acht Ärzte. Alle wüssten schon, wo sie nach dem Wechsel in Gütersloh eingesetzt würden. Die Abteilung für Allgemein- und Unfallchirurgie zieht in Gütersloh auf die sanierte Station sechs im Altbau, wie Maud Beste berichtete. Das sei nur möglich geworden, weil die Verweildauer bei den Patienten gesunken sei.

Wie reagieren Patienten?

 Die spannende Frage sei dann, wie die Patienten reagierten, die bisher in Rheda behandelt worden seien. Das sind nach Angaben der Geschäftsführerin pro Jahr allein bis zu 500 Mitarbeiter des Fleischkonzerns Tönnies, die nach Arbeitsunfällen als Notfälle beispielsweise mit Schnittverletzungen dort aufgelaufen seien. Der Krankenhausstandort Rheda ist bisher am schnellsten zu erreichen gewesen.

 Das Gebäude in Rheda ist nur gemietet und befindet sich im Besitz der Evangelischen Stiftung Rheda. Die Stiftung wurde 1856 gegründet als Trägerin des ersten Evangelischen Krankenhauses Rheda, das 2005 vom Klinikum übernommen wurde. Bis Jahresende hat das Klinikum noch Zeit, die Immobilie leerzuziehen. Ein Teil der Apparate, Instrumente und des Inventars wie etwa Betten wird mit nach Gütersloh genommen, ein anderer Teil werde abgegeben in die russische Partnerstadt Rshew, an die Uganda-Hilfe Verl und an den Kreis, sagte Beste.

Kostendruck ist Grund

Grund für die Schließung in Rheda ist der Kostendruck im Gesundheitswesen, der auch das Klinikum Gütersloh vor Herausforderungen stellt. Trotz Sparbemühungen erlaubten geringe Fallzahlen keinen wirtschaftlichen Betrieb, hatte es bei der Ankündigung der Schließung geheißen. Außerdem wären in den kommenden Jahren Sanierungsmaßnahmen erforderlich gewesen. Ob es schon Pläne für die Zukunft des Gebäudes gibt, das war am Montag nicht zu erfahren.

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