„Es geht um Schöpfungsverantwortung“
Bild: Dinkels
Dr. Norbert Röttgen schloss am Freitagabend in Gütersloh Schwarz-Grün nicht mehr aus.
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Fast alle grüßt Röttgen per Handschlag – Linke, Grüne und Gewerkschafter. Was die Menschen draußen bewegt, beschäftigt anschließend auch die rund 300 Mitglieder des Kreisverbands der CDU im gefüllten kleinen Saal der Stadthalle.

Es geht natürlich um die Katastrophe in Japan und die Zukunft der Atomkraft in Deutschland. Röttgen spricht von einer weltweiten Zäsur. „Wir sind radiologisch nicht betroffen, und trotzdem sind wir betroffen.“

„Symbol des Innehaltens“

Der Minister bezeichnete das dreimonatige Moratorium der Bundesregierung als „ein Symbol des Innehaltens“. Es gebe einen Bedarf des Nachdenkens, Überprüfens und auch einen Veränderungsbedarf. Am Ende müsse eine Entscheidungsphase stehen. „In einem engeren Sinne hat sich die Sicherheitslage in den deutschen Kraftwerken nicht verändert“, sagte Röttgen.

Und trotzdem müsse man darauf reagieren, dass es in einem Hochtechnologieland wie Japan zu einer solchen Katastrophe kommen konnte. Die Japaner seien in ihren Annahmen „durch die Natur widerlegt“ worden. Das müsse zu der Frage führen, ob nicht auch in Deutschland die Annahmen und Risiken neu bewertet werden müssten, sagte Röttgen mit Blick auf Stromausfälle, Flugzeugabstürze und Terroranschläge.

Schwarz-Grün nicht ausgeschlossen

Der Minister skizzierte die Aufgabe der Ethik-Kommission. Röttgen: „Am Ende muss die Gesellschaft entscheiden, welche Risiken hingenommen werden sollen.“ Die Zeit eines Wachstums, das auf Ressourcenverbrauch gründe, sei vorbei. Es gehe um Ressourceneinsparung und -effizienz, oder man könne auch sagen: „Schöpfungsverantwortung“. Es sei jetzt eine Zeit zu gestalten, und dabei müsse die CDU eine besondere Rolle spielen.

Was Röttgen von Schwarz-Grün auf Landes- und Bundesebene halte, wollte Heiner Kollmeyer, Fraktionsvorsitzender im Gütersloher Stadtrat und Partner der Grünen in der Plattform, in einer anschließenden Fragerunde wissen. „Ich bin dafür, dass die CDU dort, wo es geht, regieren sollte, deshalb sollten wir uns keinen Optionen verschließen“, sagte Röttgen. Man dürfe aber nicht bei den Grünen buhlen und auch keine Lagerstrategie verfolgen. „Wir gehören in die Mitte.“

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