Europäische Kulturwoche eröffnet
Bild: Poetter
Mit der Ausstellung „Minnesänger der Farben“ wurde die Europäische Kulturwoche eröffnet: (v.l.) Kuratorin Christiane Hoffmann, Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Kay Klingsieck und Radu Stefanescu, Sohn des Künstlers George Stefanexcu-Ramnic.
Bild: Poetter

 An der Eröffnung in der Galerie der Sparkasse Gütersloh-Rietberg nahmen als Ehrengäste Vizebürgermeisterin Monika Paskarbies und der rumänische Botschafter Emil Hurezeanu teil. 

„Diese Ausstellung mit ihrer farblichen Opulenz passt gut zum heutigen Erntedankfest“, schlug Paskarbies in ihrer Begrüßung einen Bogen zwischen zwei kulturellen Veranstaltungen mit vielen Begegnungen, die Menschen verbinden. Gütersloh präsentiere sich einmal mehr als europaaktive Kommune.

„Als überzeugte Europäerin habe ich die Einladung, für die Kulturwoche eine Ausstellung zu kuratieren, gern angenommen“, erklärte auch Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann. Sie hat, unterstützt vom Sohn des Künstlers, die aus vielen Leihgaben bestehende Werkschau zusammengestellt und die Einführung geliefert. „In allen Schaffensphasen von George Stefanescu sind Spiritualität, Liebe zur bildenden und darstellenden Kunst sowie die Anbetung der Weiblichkeit sichtbar.“ Wenige Worte nur, und die Kunsthistorikerin war schon in medias res.

Der Zensur ein Schnippchen geschlagen

Geprägt durch seine tiefe Gläubigkeit, die in den farbenprächtigen orthodoxen Kirchen seiner Heimat einen Widerhall fand, habe Stefanescu eine Ausbildung zum Ikonenmaler gemacht. „Die opulenten festlichen Gewänder und Kirchenausstattungen übten eine große Faszination auf den Minnesänger der Farben aus, so Hoffmann. Figuren, die an Ikonen angelehnt sind und in der Zeit des Kommunismus nicht gern gesehen waren, hat der Maler einfach mit ungewöhnlichen Titeln versehen. So wird aus dem „Gekreuzigten“ der „Flieger“ oder „Frühling II“. Finten, mit denen er der Zensur ein Schnippchen schlug.

„Kultur ist unsere stärkste Waffe“

Frauen „Im Atelier ist mein Herz zu Hause“, lautete George Stefanescus Credo. Auch die Schönheit der war dem Künstler ein wichtiges Thema. Madonnenbilder, Frauen in Trachten, aber auch Porträts wie das der Theaterikone Lucia Bulandra in ihrer Rolle als „Irre von Chaillot“ sind in der Ausstellung zu sehen. Spannend sind die beiden Selbstbildnisse des Malers mit Brille. Zur

Botschafter Emil Hurezeanu warb für sein Land Rumänien.
Werkschau gehört zudem der Themenkreis des ländlichen Rumänien mit Landschaften und Tieren sowie Stillleben, darunter eine Serie von Blumenvasen. Herzlich war daher der Dank von Christiane Hoffmann an den in Lüdinghausen lebenden Künstlersohn Radu Stefanescu. Ohne ihn wäre diese Rückschau in ein europäisches Künstlerleben nicht möglich gewesen, erklärte sie.

Im Anschluss an die, wie er sagte „inhaltlich verführerische Einführung“, bot der rumänische Botschafter Emil Hurezeanu (Bild) ein Grußwort. Er stellte fest, dass die rumänische Gemeinschaft zahlenmäßig die größte „noch vor den Polen“ sowohl in der Bundesrepublik als auch in Gütersloh sei. „Und eine der am besten integrierten Gemeinschaften in Europa.“ Rumänien sei ein Land mit einem überzeugenden und lebendigen Kulturleben, betonte er und warb für die Veranstaltungen in Gütersloh: „Kultur ist unsere stärkste Waffe.“

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