Evangelische Gemeinde bürgt für Flüchtlinge
Bild: Bojak
Hoffen auf weitere Unterstützung für Flüchtlinge aus Syrien: (v. l.) die Pfarrer Hans-Jörg Rosenstock (Vorsitzender des Presbyteriums), Stefan Salzmann (Mitglied im Arbeitskreis Asyl) und Andreas Walczak-Detert (Öffentlichkeitsarbeit).
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„Wir haben für neun Flüchtlinge aus Syrien eine Verpflichtungserklärung abgegeben. Sie wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefordert, wenn schutzbedürftigen Familienangehörige eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden soll“, erklärt Pfarrer Stefan Salzmann, Mitglied im Arbeitskreis Asyl. Dazu stellt die Kirchengemeinde aus ihrem Haushalt 75 600 Euro bereit.

Angehörige müssen Lebenshaltungskosten tragen

„Das Land übernimmt die Kosten für die Gesundheitsversorgung“, erläutert Salzmann. „Die Familien, die ihre Angehörigen aufnehmen wollen, müssen eine Erklärung abgeben, dass sie für zwei Jahre in der Lage sind, die Lebenshaltungskosten der Eingeladenen in Höhe des Sozialhilfesatzes zu tragen.“ Weil das nicht alle Syrer, die ihren Verwandten eine Zuflucht bieten wollen, können, springt in neun Fällen die Evangelische Gemeinde ein.

Unterstützung für 23 Syrer

Weil aber deutlich mehr Menschen aus der Krisenregion auch in der Dalkestadt Schutz suchen, hat auch die Kirchengemeinde Friedrichsdorf zwei Verpflichtungserklärungen abgegeben, der Evangelische Kirchenkreis acht, die Freie Evangelische Gemeinde drei und die Caritaskonferenz von St. Pankratius eine. „Für 23 Flüchtlinge sind die Voraussetzungen zur Erteilung eines Visums also erfüllt“, sagt Salzmann, der die Aktion stellvertretend für Ernst Klinke, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Asyl vorstellt. Damit möglichst noch mehr Asylsuchende aus Syrien unterstützt werden können, hofft die Gemeinde auf weitere Hilfe. Sie hat ein Spendenkonto und einen Fonds bei der Evangelischen Stiftung eingerichtet.

Finanzielle Hilfe und Begleitung

„Wir suchen Menschen, die diese Initiative finanziell unterstützen oder sich ansprechen lassen, wenn die Menschen aus Syrien zum Beispiel Begleitung bei Behördengängen benötigen“, sagt Pfarrer Hans-Jörg Rosenstock, Vorsitzender des Presbyteriums. Einige Gemeindeglieder hätten schon ihr Interesse bekundet. Der Einsatz für Flüchtlinge sei eine Kernaufgabe der Kirchengemeinde, sagt Salzmann zum Hintergrund der Aktion. „Wir sehen die Not dieser Menschen als Anruf Gottes an die Gemeinde.“

Kontakt durch den Christenrat

Der Arbeitskreis Asyl der Evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh beschäftigt sich seit rund 19 Jahren mit dem Thema Flüchtlinge. Der Vorsitzende Ernst Klinke habe sich auch jetzt intensiv für die Unterstützung der Menschen aus Syrien eingesetzt, betonte Pfarrer Stefan Salzmann. In Gütersloh gibt es drei syrisch-orthodoxe Kirchengemeinden, die über den Christenrat mit der Evangelischen Gemeinde in engem Kontakt stehen. So seien die syrischen Familien, die Angehörige aufnehmen wollten, auch auf den Arbeitskreis aufmerksam geworden und hätten gefragt, ob eine Unterstützung möglich sei, erläuterte Salzmann. Die finanziellen Mittel der syrisch-orthodoxen Gemeinden reichten nicht aus, um eine Verpflichtungserklärung für die betroffenen Familien abzugeben.

Broschüre aufgelegt

In einer Broschüre, die die Evangelische Gemeinde zu diesem Thema herausgibt, informiert der Arbeitskreis Asyl ausführlich über die Aktion. Der Flyer liegt in den evangelischen Kirchengemeinden aus. Wer sich telefonisch informieren will, kann sich direkt an Stefan Salzmann unter Telefon 05241/532683 wenden.

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